Wermelskirchen: Händler trotz Wetterkapriolen zufrieden

Wermelskirchen: Händler trotz Wetterkapriolen zufrieden

Gestern endete der Markt "Bergische Weihnachten". Das Hüttendorf und das Programm fanden großen Anklang. Der Marketingverein WiW will den Markt mit Ideen beleben - Sonntag gab's wieder die Weihnachtsbaum-Meisterschaft.

Es sind nicht nur die winterlichen Wetterkapriolen, die den Markt "Bergische Weihnachten" am größten Naturweihnachtsbaum Deutschlands zu etwas ganz Besonderem gemacht haben. Den Grund dafür erläutert André Frowein, Geschäftsführer vom Marketingverein "Wir in Wermelskirchen" (WiW): "Eigentlich fehlt uns allen, die in der Vorweihnachtszeit etwas veranstalten, ein ganzes Wochenende." Das liegt daran, dass in diesem Jahr der vierte Advent und Heiligabend ohne Zeit dazwischen auf einen Tag fallen. "Das vermittelt schon den Eindruck, als hätten alle besonders viel Stress - wir ziehen uns diesen Schuh aber nicht an", sagte Frowein. In einer Befragung unserer Redaktion ziehen die Händler nach zwei Wochenenden "Bergische Weihnachten" eine sehr positive Bilanz. Die Einschränkungen durch Schnee und Sturm seien höhere Gewalt, mit der alle leben müssten. Als Publikumsmagnet entpuppte sich Harald Heidbüchel, der an seinem Stand originale Aachener Printen feilbot.

"Selbst am Sonntag, als alle anderen wegen des Schneesturms ihre Geschäfte schlossen, haben wir noch weiter gemacht und unsere Kunden bedient", sagte Heidbüchel, der gut gelaunt mit seiner Lebensgefährtin Stefanija Klein hinter dem Tresen seiner "Bude" stand: "Hier haben wir tolle Leute mit gutem Geschmack und viel Interesse. Wir sind mehr als zufrieden." Heidbüchel und seine Printen seien ein "echtes Zugpferd" für den Markt gewesen, zeigte sich Dirk Stöcker von WiW überzeugt.

Auch wenn sie bei Schneetreiben fast in ihrer Hütte am Markt "versanken", ließen sich Uta Maluck und Ulla Hybel-Wagner, deren Großnichte Linda Huxhol (9) sowie Freundin Regine Herbers die gute Laune nicht nehmen: "Wir sind die schönsten Frauen von Bergische Weihnachten." Maluck und Hybel-Wagner, die eine Naturheilpraxis am Markt betreiben, waren zum dritten Mal vertreten: "Wir machen hier keinen Riesen-Verdienst. Wir sind mit Begeisterung dabei, wollen Präsenz zeigen und für Belebung sorgen." Im Angebot hatten die Damen Bio-Brot, Vitamin-Punsch und Prosecco mit Glühweinsirup - alles selbst gemacht.

  • Remscheid : Wermelskirchen

Genauso aus eigener handwerklicher Fertigung stammten Glüh-Met, der Holundersirup "Stimmgold" sowie der Lakritzlikör "Scharfer Pfaffe", den die Evangelische Kirche zugunsten von neuer Orgel und Jugendarbeit am Markt feilbot. "Für die Orgel ist uns kein Weg zu weit", sagte Meinhard Felbick scherzhaft angesichts des Standes, der sich keine 100 Meter von der Stadtkirche entfernt befand. Felbick hatte in Heimarbeit 20 Liter vom "Scharfen Pfaffen" für den guten Zweck produziert: "Wir sind hier nur am dritten Adventswochenende vertreten, mehr kriegen wir mit unserem Ehrenamt personell nicht gestemmt."

Als Profi unter den Händlern wollte auch Abdellatif Zakrioni aus Dortmund nicht jammern: "Ich bin das erste Mal in Wermelskirchen und bewerte es mittelmäßig. Es war nicht der Hit, aber auch nicht schlimm." Der Textilhändler pries unter anderem Mützen, Schals und Handschuhe an. Tim Purkhardt bedruckte vor Ort T-Shirts und andere Kleidungsstücke mit Motiven rund um das Thema Wermelskirchen: "Unser wichtigster Tag für das Geschäft wäre der verkaufsoffene Sonntag gewesen, der wetterbedingt mies war. Der Markt ist aber eine prima Sache."

(RP)