Leben & Lernen: Gymnasiasten im Schach-Landesfinale

Fünf Remis hintereinander konnten die Schulschachspieler aus Wermelskirchen bei ihrer Premiere als Landesfinalisten in Düsseldorf erzielen. Nicht genug für die Qualifikation zu den Deutschen Meisterschaften und dennoch ein Erfolg.

Frank Hermes hat ein gutes Gespür für Prognosen: „Ich tippe mal darauf, dass die Schulschach-Mannschaft aus Wermelskirchen beim Landesfinale in Düsseldorf im Mittelfeld landen wird.“ Eine Erwartung, die nicht nur der Jugendtrainer des SV Wermelskirchen in die Waagschale geworfen hatte. Auch Physik- und Chemielehrer Ralf Kießwetter hatte die Messlatte in dem Bereich angesetzt: „Unsere Schulschachspieler werden sicher keinen Pokal nach Hause bringen. Eine Platzierung in der Mitte sollte aber drin sein.“ Es kam wie prognostiziert: Von 43 teilnehmenden Mannschaften ihrer Altersklasse ließen die sechs Gymnasiasten aus den Jahrgangsstufen 7 bis 9 bei den Landesmeisterschaften der Schulen knapp die Hälfte der Konkurrenz hinter sich und erspielten sich einen ansehnlichen 23. Platz.

„Ein toller Erfolg für eine Mannschaft, deren Mitglieder zuvor noch nie bei einem NRW-Finale mitgemischt hatten“, urteilte der pensionierte Oberstudiendirektor Horst Halm, der die Zöglinge von Kießwetter und Hermes als dritter Betreuer im Bund zum Austragungsort begleitet hatte. Dieser befand sich im Stadtteil Reisholz, wo die Schachjugend NRW als Veranstalter der Landesmeisterschaften das zweite Jahr in Folge die gigantische Mehrzweckhalle Castello angemietet hatten. Immerhin traten 920 Schüler an.

Erneut verteilten sich die Teams auf mehrere Wettkampfklassen, in denen geschlechtsgemischte Viererteams gemäß ihrer Geburtsjahrgänge antraten. In der Wettkampfklasse III – Jahrgänge 2004 und jünger – traten die Wermelskirchener an. Sie hatten mit zwei Mädchen im Sechser-Team die weibliche Quote etwas anzuheben.

Die These, dass Jungs am Brett häufig mehr Stärke zeigen als Mädchen, hätten die weiblichen Mitglieder im Wermelskirchener Team gerne widerlegt. Doch leider lief es in Düsseldorf selbst für die Regionalliga-Spielerin Daria Herbertz (14), die der Mannschaftsführer Kießwetter wegen ihrer hohen Deutschen Wertungszahl (DWZ) regelkonform am ersten Brett platzierte, nicht wie erhofft: „Ich durfte bei sieben der insgesamt neun Schnellschach-Runden antreten und habe wegen starker Gegner oder dummer Fehler nur zweimal gewonnen“, ärgerte sie sich am Ende eines langen Schachtags. Auch ihre Freundin und Klassenkameradin Annalena Kovac (14) konnte wenig dazu beitragen, den Ruf der Mädchen im Königsspiel zu verbessern. Besser erging es an diesem Tag den Jungs im Team und allen voran dem SV Wermelskirchen-Spieler Jeremias Schminke (13): Er freute sich über insgesamt sieben Brettsiege. Damit trug der Achtklässler maßgeblich dazu bei, dass seine Mannschaft, in der alle zum Einsatz kamen, am Ende einen Superlativ feierten, den auch Co-Betreuer Frank Hermes nicht erwartet hatte: „Wir sind zwar nicht Pokalsieger geworden, haben es aber als einzige Mannschaft geschafft, in der Teamwertung fünf Remis in Folge zu machen.“ Das habe zwar nichts zur Qualifikation für die Deutschen Schulschachmeisterschaften beigetragen. „Spaß hat es aber allemal gemacht.“

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