Günter Bansen und Sabine Krämer-Kox sind Radewegepaten in Wermelskirchen

Radwegepaten : Auf zwei Rädern die Schilder im Blick

25 Radewegepaten sind auf den Trassen unterwegs, um sie im Auge zu behalten. Zwei von ihnen sind Günter Bansen und Sabine Krämer-Kox.

Günter Bansen trägt eine dieser leuchtenden Warnwesten mit dem Schriftzug des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) auf dem Rücken. Er ist schon von weitem auf seinem Rad zu sehen. An der Wegspinne am Autohaus Lambeck macht er Halt. Dort weisen Schilder auf die Balkantrasse hin, auf verschiedene Rundwegemöglichkeiten und auf den nächsten Knotenpunkt am Schwanen.

Günter Bansen nimmt den kleinen Schwamm aus dem Rucksack und wischt eines der kleinen Schilder sauber. Dann nimmt er den Ordner mit dem Wegekataster aus seinem Rucksack zur Hand und sieht genau hin: Welche Schilder sollten auf diesem Abschnitt der Balkantrasse hängen, worauf sollen sie hinweisen. Bansen stellt zufrieden fest: Alles hat seine Richtigkeit. Er steigt aufs Rad und fährt weiter. Rund 54 Kilometer hat er noch vor sich: Denn Günter Bansen ist einer von drei Radwegepaten, der in Wermelskirchen, Dabringhausen, Dhünn, Odenthal, Leichlingen und Burscheid die Beschilderungen am Radweg unter die Lupe nimmt und so Teil des Qualitätsmanagements für Radwege in der Region ist.

Zu zwei Kontroll-Touren im Jahr hat er sich verpflichtet – zu Beginn der Saison und dann noch mal am Ende. „Mir ist es wichtig, dass die Infrastruktur auf unseren Radwegen weiter verbessert wird“, sagt Bansen. Und deswegen hat er sich – genauso wie Kollegin Sabine Krämer-Kox – für das Ehrenamt gemeldet. Insgesamt 25 ehrenamtliche Radwegepaten unterstützen im Rheinisch-Bergischen und Oberbergischen Kreis den Radwegemanager Andreas Kurze mit ihren Kontrolltouren. „Wir haben gute Ortskenntnis und viel Enthusiasmus“, sagt Sabine Krämer-Kox.

Dank einer App können Schäden oder Probleme kurzerhand gemeldet werden. „Diese Idee und diese Technik hat sich bereits im Bergischen Wanderland bewährt“, erklärt die Radewege-Patin und führt die App „Wege-Detektive“ vor, die grundsätzlich jeder Radfahrer nutzen kann. Das Handy gibt die Standort-Koordinaten per GPS weiter ans System, so dass die App direkt weiß, um welchen Wegeabschnitt und welche Beschilderung es sich handelt. „Dann kann man ein Foto des Problems oder einen kurzen Text senden“, erklärt Günter Bansen. Die Meldung erreicht den Radwegemanager und wird dann bearbeitet. Mal sind es Schrauben und Befestigungen, die nicht mehr halten. Schilder zeigen in die falsche Richtung oder sind wegen Verblassung, Graffiti oder Aufklebern nicht mehr leserlich. „Manchmal sind Schilder laut Kataster vorgesehen, aber nicht angebracht“, sagt Sabine Krämer-Kox. Und wenn die Paten andere Probleme entdecken, gibt es ebenfalls eine Mängel-Meldung mithilfe der App. „Wir wünschen uns, dass die Radfahrer sich auf den Wegen gut zurechtfinden und sich nicht verfahren“, erklärt die Radewege-Patin ihren Einsatz. Immer mal wieder würde eine schlechte Beschilderung auf den heimischen Radwegen beklagt, wissen Sabine Krämer-Kox und Günter Bansen. Aus eigener Erfahrung allerdings können sie sagen: Wer auf die Beschilderung achtet, findet sie auch.

Und die beiden ADFC-Radler müssen es wissen, denn sie sind auch außerhalb ihrer Kontroll-Touren auf den Radwegen unterwegs. 10.000 Kilometer hat Sabine Krämer-Kox im vergangenen Jahr auf dem Rad hinter sich gelegt – auch weil sie von Burscheid nach Tente über die Trasse zur Arbeit fährt. „Es wäre doch schön, wenn auch andere Freizeitradler der Region die Trasse auch für den Weg zur Arbeit für sich entdecken würden“, sagt sie.

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