"Grüne Asche"-Platz in Wermelskirchen bespielbar

Neuer Sportplatz Wermelskirchen nun bespielbar : Kicker können „Grüne Asche“ nutzen

Sachverständiger Claus Mehnert erklärte den Sportplatz für bespielbar.

Das Ziel ist erreicht: Was der Tura Pohlhausen-Geschäftsführer Dirk Hohlmann im Sommer als Maxime ausgegeben hat, wird funktionieren. In zwei Wochen erfolgt die offizielle Einweihung des neuen Sportplatzes in Pohlhausen. Claus Mehnert, Sachverständiger und Sohn von „Rasen-Papst“ Clemens Mehnert, erklärte die sogenannte „Grüne Asche“ für bespielbar. Bei der Begehung des Platzes am Mittwoch stellte der Experte für Golf- und Sport-Rasenflächen aus Mindelheim jedoch auch Schwachpunkte fest, die Tura als „Hausherr“ im Blick behalten muss. Der Sportverein hat sich gegenüber der Stadt zur Unterhaltung des Platzes für zehn Jahre verpflichtet, dafür gibt es einen Zuschuss aus dem Stadtsäckel über 200\.000 Euro.

Langsam schreitet Claus Mehnert über den Fußballplatz in Pohlhausen. Sein aufmerksamer Blick ist auf den Boden gesenkt, noch fehlen die Spielfeldmarkierungen. An einigen Stellen bleibt der Fachmann stehen und bemängelt die in bestimmten Bereichen geringe Dichtigkeit der grünen Halme - „lückig“ nennt er das: „Das ist nicht so, wie es sein soll. Allerdings ist das in den Griff zu bekommen.“ Für Abhilfe würde ein schnell löslicher Dünger sorgen. Mehnert vermutet, dass an manchen Stellen zu wenig Dünger aufgebracht oder es schlicht vergessen wurde. Daraus folgert Claus Mehnert keine Schreckensszenarien: „Eventuell muss im Frühjahr an den kritischen Stellen der Boden noch einmal tiefengelockert werden.“

Ein Tribut an den heißen Sommer: Hier muss wohl noch nachgesät werden. Foto: Udo Teifel

Zur Beruhigung von Dirk Hohlmann und Frank Schneider von der Stadt, der als Rasen-Experte den Verein berät, betont Mehnert: „Das Gras ist gewachsen, der Boden ist gut durchwurzelt.“ Mit einem Spaten sticht der Sachverständige ein zehn mal zehn Zentimeter großes Stück aus dem Sportplatz und misst die Länge der weißen Wurzeln, die fast bis zu 20 Zentimeter tief in den Boden reichen: „Die Wurzeln sind das Kapital der Pflanzen.“ Sie sorgten für die Scherfestigkeit, die sicherstellt, dass die Fläche zum Beispiel einem abrupt stoppenden Stollenschuh stand hält.

Hier wird das Wasser für die Bewässerungsanlage gespeichert; in der Blockhütte ist die Steuereinheit untergebracht. Foto: Udo Teifel/UdoTeifel
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Bilanzierend sagt Mehnert: „Der Umbau des Platzes in Pohlhausen ist nicht perfekt gelaufen – bei Sanierungen eines alten Ascheplatzes weiß man eben nie genau, was auf einen zukommt. Dennoch ist der Platz jetzt gut bespielbar.“

Claus Mehnert (l.) ist zufrieden mit der „Durchwurzelung“ des Bodens. Dirk Hohlmann (r.) und Frank Schneider (2.v.r.) sind froh. Foto: Stephan Singer/Stephan Singer

Eigentlich müsste nach der Norm der Rasen jetzt über den Winter in Ruhe wachsen und erst im Frühjahr genutzt werden, aber: „Wir haben einen Strapazier- und keinen Zierrasen.“ Für die Nutzung gibt Mehnert den Tura-Kickern einen Tipp auf den Weg: „Niemals den Platz punktuell belasten.“ Das weiß auch Dirk Hohlmann und deutet auf die gepflasterten Flächen am Rande des Spielfeldes: „Hier werden die mobilen Tore gelagert.“ Der Vereine werde die Tore stets an unterschiedlichen Stellen auf dem Platz platzieren. Und mit einem Plan werde Tura regeln, wann welches Team auf welcher Fläche des Platze trainiere, um eine Überbelastung eines bestimmten Platzbereichs zu vermeiden. Für die Pflege hat sich Tura inzwischen sogar einen rund 15\.000 Euro teuren Traktor angeschafft: Zwei bis drei Mal in der Woche mähen, alle zwei Wochen bürsten, ein Mal monatlich striegeln und alle acht Wochen düngen gehören zum Pflichtprogramm für die Pflege der „Grünen Asche“, die so genannt wird, weil die Pflanzen auf einer Trag-, einer dynamischen Schicht und einem Tennenbelag wachsen.

Die Spendenaktion, bei der Sponsoren Parzellen des Platzes als Paten „kaufen“ können, sei gut angelaufen. 16\.500 Euro seien inzwischen eingenommen. „Zur Zeit stagniert die Aktion etwas, wir werden zur Eröffnung des Platzes aber noch einmal Schub geben.“

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