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Wermelskirchen: Glasverbot: fünf Kontrollstellen

Wermelskirchen : Glasverbot: fünf Kontrollstellen

22 Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma werden am Kirmesmontag dafür sorgen, dass die Matinee glasfrei bleibt. Auch Gewerbetreibende dürfen keine Flaschen verkaufen. Die Folge: Der Norma-Markt schließt um 10 Uhr.

Die Rechnung ist ihnen noch nicht präsentiert worden. Doch das für den Kirmesmontag ("Matinee") erstmals ausgesprochene Glasverbot im "Bermuda-Dreieck" verursacht Mehrkosten von rund 6000 Euro. Die Hälfte zahlen Wirte und Kirmesgeschäfte, die in der "Glasverbotszone" liegen: Hotel "Zur Eich", "Centrale", "Balkan-Restaurant" und "Venezia" sowie Eisenmenger (Theke vorm Norma) werden zur Kasse gebeten, ebenso der Dampfnudel- und Grillstand. Jürgen Hemmerich, Leiter des Ordnungsamtes: "Diese Stände profitieren besonders davon." Der andere Betrag wird über das Standgeld umgelegt.

Nach dem Matinee-Desaster 2011 mit einer erhöhten Gewaltbereitschaft und Flaschen als Schlag- und Wurfgeschossen hat die Ordnungsbehörde gehandelt. Der Rat hat inzwischen eine entsprechende Allgemeinverfügung beschlossen, wonach an Matinee von 10 bis 24 Uhr grundsätzlich das Mitführen und Benutzen von Glasflaschen und Glasbehältnissen, die größer als 0,2 Liter sind — auch die Milchflasche fürs Baby oder Kleinkind — außerhalb geschlossener Räume verboten sind. Erstmals greift diese Verfügung am 27. August 2012.

Fünf Kontrollstellen (mit Absperrgittern) werden eingerichtet: untere Eich (Höhe Elektro Peters), Jörgensgasse (unterhalb der Bushaltestelle), Kölner Straße (Höhe Bushaltestelle), Telegrafenstraße und Brückenweg (jeweils Höhe Einmündung/Einfahrt Straße "An der Feuerwache"). Dort stehen Mitarbeiter einer Sicherheitsfirma und werden dafür sorgen, dass das Glasverbot eingehalten wird. Außerdem sind zwei Doppelstreifen im "Bermuda-Dreieck" unterwegs — insgesamt 22 Mitarbeiter. Zum Jugendschutz sind auch Mitarbeiter des Ordnungs- und Jugendamtes und der Kripo vor Ort. Die Polizei wird zusätzlich 34 Polizisten zur Unterstützung an diesem Tag einsetzen. Das Areal von St. Michael, so hat die Pfarrgemeinde zugesagt, soll komplett abgesperrt werden.

Kein Verkauf von Glasflaschen

Neun Gewerbetreibenden hat die Stadtverwaltung zudem eine Ordnungsverfügung über ein absolutes Glasflaschenverbot zugestellt — sie dürfen keine Glasflaschen (mit oder ohne Alkohol) verkaufen. Die Geschäftsführung des Norma-Marktes hat reagiert. Sie wird das Geschäft ab 10 Uhr schließen. Bier darf dennoch in Gläsern auch in dieser Glasverbotszone ausgeschenkt werden — wenn die Gläser nicht größer als 0,2 Liter sind. Die Wirte sind aber verpflichtet, Pfand zu erheben — stolze 1,50 Euro je Glas. "Das wird sicher die Leute abhalten, Gläser mutwillig zu zerstören", so Hemmerich. Nur so könne der Glasbruch eingedämmt werden.

(RP)