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Gericht in Wermelskirchen: Verfahren nach schwerem Unfall eingestellt

Angeklagte muss 800 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zahlen : Keine Schuld an schwerem Unfall – Verfahren eingestellt

Eine 43-jährige Autofahrerin aus Wermelskirchen kam im Winter von ihrer Fahrspur auf der L 101 ab und prallte gegen den Wagen einer entgegenkommenden 53-Jährigen. Dabei trug diese schwere Verletzungen davon.

Fahrlässigkeiten sind oftmals tragische Fälle. Ein Beispiel war hierfür die Verhandlung gegen eine 43-jährige Frau aus Wermelskirchen, die im Februar des Vorjahres auf der L101 zwischen Dabringhausen und Odenthal in einer Kurve von ihrer Fahrspur abkam und frontal mit dem Wagen einer 53-jährigen Wermelskirchenerin zusammenstieß. Die Anklage lautete auf „nicht ans Wetter angepasste Fahrweise“, wobei der Angeklagten weder nachgewiesen werden konnte, dass sie zu schnell unterwegs war, noch eine mangelhafte oder unpassende Bereifung.

So waren von den Polizeibeamten in der Unfallaufnahme auch winterliche Bedingungen mit sonnigem Wetter festgehalten worden. Der Rechtsanwalt der 43-Jährigen sprach dann auch von einem „schwer fassbaren Begriff der Fahrlässigkeit“: „Es sind unglückliche Umstände gewesen, die erhebliche Verletzungen der Geschädigten nach sich gezogen haben.“ Die 43-Jährige sei an jenem Februarmorgen nach Odenthal zum Joggen gefahren. Die Straßen seien ihrer Erinnerung nach frei und trocken gewesen. „Ich habe nichts von Glätte bemerkt, in der Kurve habe ich abgebremst – da ist auf einmal der Wagen ausgebrochen. Dann kam es zum Unfall“, sagte die Frau.

Es sei ein schreckliches Gefühl, jemand anderen schwer verletzt zu haben. Sie habe nicht gewusst, wie sie mit der Geschädigten Kontakt aufnehmen könnte. Ihr Mann habe den Mann der 53-Jährigen dann zufällig getroffen. Die beiden hätten vereinbart, dass die Geschädigte sich bei der Angeklagten melden würde. Was dann aber nicht geschehen sei.

Die 53-Jährige hatte bis heute mit den Nachwirkungen des Unfalls zu kämpfen. Sie saß bis April im Rollstuhl. „Ich habe meinen Job als Angestellte verloren und kann viele Dinge nicht mehr machen“, sagte sie im Zeugenstand. Sie arbeite derzeit daran, wieder ins Leben zurückzufinden, sagte sie.

Als der Wagen der 43-Jährigen plötzlich auf sie zugefahren kam, habe sie Todesangst gehabt: „Ich habe in diesem Moment gedacht: Das war jetzt dein Leben. Und dann kam schon der Aufprall“, sagte sie leise. Aber auch sie bestätigte, dass das Wetter trocken und sonnig gewesen sei. .

Über die rechtliche Würdigung dachte der Wermelskirchener Amtsrichter laut nach: „Das Ergebnis dieses Unfalls ist unglaublich schlimm – die Fahrlässigkeit ist aber im untersten Bereich anzusiedeln. Ich würde eine Einstellung des Verfahrens gegen die Zahlung eines Geldbetrags in Höhe von 800 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung vorschlagen“, sagte er. Dem stimmten alle Beteiligten zu.