Wermelskirchen: Gerhard Braun dankte für 90 Lebensjahre

Wermelskirchen: Gerhard Braun dankte für 90 Lebensjahre

Eiserne Hochzeit mit Ehefrau Carmen und 90. Geburtstag feierte Braun mit Familie und Freunden.

Seinen 90. Geburtstag sah der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Gerhard Braun am Samstag als Anlass, weniger als Grund zu feiern. Im Kreise von Familie und Freunden nutzte er diesen Tag, um Dank zu sagen: für die Heilung seiner Frau Carmen von einem schweren Augenleiden, für seine Eiserne Hochzeit (im November war das Paar seit 65 Jahren verheiratet) und für die vor fünf Monate geborene Urenkelin Marlene.

Politische Weggefährten, Vertreter der Kirche, der Stadtverwaltung, des Krankenhauses, des Geschichtsvereins, vor allem aber Familie und Freunde waren gekommen. Und weit mehr als nur ein Ständchen brachte der Männerchor 1844. Als nach dem Mini-Konzert das "Bergische Heimatlied" angestimmt wurde, gab es Standing Ovations vom Jubelpaar. Und auch Urenkelin Marlene horchte schon auf, hat sie ihr Urgroßvater doch schon vorsorglich verpflichtet, ihm bei seinem 95. Geburtstag ein Lied singen zu dürfen.

Bewegende Reden hielten der Sohn, Dr. Michael Braun, der ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete Franz-Heinrich Krey, Werner Allendorf als Vorsitzender der Senioren-Union Wermelskirchen, Friedel Burghoff als Weggefährte aus den frühen CDU-Jahren und für das Krankenhaus und Manfred Schmitz-Mohr, der als Laudator Brauns Verdienste um den Einzelhandelsverband würdigte. Pfarrer Ulrich Seng hielt eine Andacht, die, wie die gemeinsam gesungenen Lieder, die Dankbarkeit zum Thema hatte.

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Burghoff verriet und bedauerte, dass es ihm und "sehr vielen anderen" immer noch nicht gelungen sei, Gerhard Braun zum Ehrenbürger von Wermelskirchen zu erklären. Das sei vor 15 Jahren und nunmehr erneut "an einigen wenigen" gescheitert. Braun entließ seine Gäste nach dem Geburtstagsempfang, der auch zugleich Feier der Eisernen Hochzeit war, mit starken Worten der Zuversicht und Kraft: Wenn er gefragt werde, wie es ihm gehe, dann sage er: "Danke, ich bin zufrieden." Er kenne aber auch viele, denen es gutgehe, die aber nicht zufrieden seien und immer nur über die eigenen und die Krankheiten anderer Leute redeten. Er plädierte für eine positive Einstellung im Alter und bekannte, keine Angst vor dem Tode zu haben: "Der Tod gehört zum Leben", sagte Braun.

Tatsächlich ging es aber lebhaft und in die Zukunft gerichtet zu bei seiner Feier mit Beteiligung seiner Kinder, Schwiegerkinder, Enkel und der wohlwollend dreinblickenden Urenkelin, die mit großen, neugierigen Augen im Saal umherschaute. So konnte Manfred Schmitz-Mohr den Jubilar auch als Oberhaupt dieser Familie würdigen: "Gerhard, Du hast Deinen Laden ordentlich im Griff!" Brauns Sohn Michael dankte den Eltern für "ihre persönliche Betreuung und die politischen Visionen", die ihm sein Elternhaus vermittelt hätten. "Ihr habt etwas bewegt", zielte Michael Braun auf den Aufbau der CDU und die "Vision Europa" ab, die seine Eltern mitgestaltet haben.

(RP)
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