Gelenktag des Wermelskirchener Krankenhauses

Gelenktag des Wermelskirchener Krankenhauses : Therapien bei Gelenkverletzungen sind ganz individuell

Bewegung gehört zum Leben – nicht nur, um sich von A nach B zu bewegen, sondern auch weil etwa Sport für viele Menschen ein wesentlicher Teil der Lebensqualität ist. Beim 4. Wermelskirchener Gelenktag, der von der Abteilung Orthopädie und Unfallchirurgie am Krankenhaus Wermelskirchen in der Kattwinkelschen Fabrik veranstaltet wurde, ging es entsprechend um die verschiedenen Erkrankungen des Bewegungsapparats, vor allem natürlich der großen Gelenke Schulter, Hüfte und Knie.

Zu den vier Fachvorträgen zu unterschiedlichen Themen waren rund 100 Interessierte gekommen.

„Rund um die Schulter“, so lautete etwa der Titel des Vortrags, bei dem sich Dr. Jens Rudzewski, der leitende Oberarzt der Abteilung, mit dem Spektrum der nicht funktionierenden Gelenke beschäftigte. Die Bandbreite reichte vom altersbedingten Verschleiß bis zur Sportverletzung. Rudzewski konnte nämlich in Bezug auf die sportlich bedingten Einschränkungen ebenfalls viel erzählen, da er als Sportmediziner natürlich gut im Thema war. Im Anschluss sprach der Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie, Dr. Hans Goost, über das Thema Hüfte und zeigte auf, wie Patienten trotz einer Hüftfraktur oder eines Verschleißes des Gelenks in der Körpermitte wieder beweglich werden konnten. Im letzten Vortrag ging es noch um ein Thema, das für jeden Patienten, der vor einer Operation steht, von Interesse sein dürfte: „Keine Angst, keine Schmerzen“ lautete der Titel, und Dr. Katrin Colinas-Winkler, Chefärztin der Anästhesie, beschäftigte sich darin mit Narkose und Schmerztherapie.

Aber natürlich war es auch ein Nachmittag, in dessen Rahmen die Information der Patienten über das Angebot des Krankenhauses klar im Mittelpunkt stand. „Unser Ziel ist es, die Menschen über die verschiedenen Erkrankungen, aber auch über die Behandlungsmethoden in unserem Haus zu informieren“, sagte der leitende Oberarzt Jens Rudzewski.

Die Informationstage, die von den unterschiedlichen Abteilungen des Krankenhauses in regelmäßigen Abständen angeboten würden, richteten sich indes an keine konkrete Zielgruppe. „Heute sind vorwiegend ältere Menschen gekommen, aber wir sprechen genauso Sportler jüngeren Alters an“, sagte der leitende Oberarzt. Er ergänzte: „Wir wollen mit unserem Gelenktag auch die Botschaft transportieren, dass wir alle Patienten mit ihren Erkrankungen individuell betrachten und behandeln.“

Und es konnten natürlich auch ganz konkrete Fragen an die anwesenden Fachärzte gestellt werden. So etwa, als eine Frau wissen wollte, ob bei einer gerissenen Sehne in der Schulter eine konservative Therapie ohne Operation noch helfen könne. Oft sei es dann so, sagte Rudzewski, dass die Aufgaben einer kaputten Sehne von den gesunden kompensiert werden könne. „Das ist das Ziel einer konservativen Therapie“, sagte der leitende Oberarzt. Dazu komme, dass 30 Prozent der Menschen, die in der orthopädischen Abteilung untersucht würden, einen Riss in der Sehne hätten, ohne dies überhaupt zu merken. Auch hier würden die gesunden Sehnen die Aufgaben der kaputten übernehmen.

Grundsätzlich gelte aber auch in solchen Fällen das Prinzip, die individuelle Situation eines jeden Patienten zu begutachten, sagte Rudzewski. „Verschleiß sollte zwar in der Regel erst konservativ behandelt werden, Sportverletzungen hingegen eher operativ - es hängt aber wirklich ganz stark vom jeweiligen Patienten ab“, betonte der Mediziner.

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