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Gastronomie in Wermelskirchen: Kaffeekränzchen unter Auflagen wieder möglich

Gastronomie in Wermelskirchen : Kaffeekränzchen unter Auflagen wieder möglich

Pünktlich zum Mittagstisch öffneten die ersten Restaurants und Cafés am Montag ihre Türen – und die Kunden kehrten langsam zurück. Andere Gastronomen sind noch zurückhaltender, auch wegen aufwändiger Auflagen.

Hildegard Röser strahlt. „Endlich“, sagt die 84-Jährige und prostet mit ihrer Kaffeetrasse Walburga Baumann zu. Die 78-Jährige hat mit ein bisschen Abstand am Nachbartisch Platz genommen. „Ich war froh, wie noch nie“, erzählt Hildegard Röser dann. Ihr habe der tägliche Besuch im Café Bauer sehr gefehlt. Gestern Morgen kehrte sie nun auf ihren Stammplatz zurück – genauso wie Walburga Baumann. Ob sie sich keine Sorgen mache wegen des Virus? „Ich bin 84“, stellt sie fest und lacht. „Wenn es passiert, dann passiert es.“ Die Auflagen nehmen die Damen mit einem Schulterzucken hin.

„Für uns bedeutet die Umsetzung der Auflagen einen großen Aufwand, obwohl wir nur maximal 50 Prozent des Umsatzes machen können“, erklärt Firmenchef Christian Bauer. Die Hälfte der Tische bleibt gesperrt, auf Fluren und Gängen herrscht Maskenpflicht, Besucher müssen sich in eine Liste eintragen und die Regeln beachten, um sich regelmäßig die Hände zu desinfizieren.

 Wiedersehen im Café Bauer: Claudia Ritter empfängt Thomas Scholl.
Wiedersehen im Café Bauer: Claudia Ritter empfängt Thomas Scholl. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Nur langsam finden die Gastronomen in der Stadt in den Alltag zurück. Tulga Bildik verkauft gleich gegenüber im Imbiss „Bei Ali“ das Mittagessen weiter aus dem Fenster. „Die Auflagen sind sehr aufwändig“, sagt er. „Und so lange die Kunden mich nicht auffordern, warte ich noch ein bisschen mit der Eröffnung des Restaurants.“

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Auch McDonalds reagiert zurückhaltend: „Wir warten auf eine zentrale Entscheidung“, erzählt Restaurantleiter Wolfgang Clemens. „Die Lage kann sich ja beinahe stündlich ändern“, ergänzt er. Bis dahin bleibe der Mc Drive geöffnet – in dessen Schlange sich kürzlich zwei Jungs mit ihren Kett-Cars einreihten, um nicht länger auf ihren Burger verzichten zu müssen. Mit Erfolg.

Während viele Gastronomen den Montag noch als Ruhetag nutzen, um sich auf die Wiedereröffnung vorzubereiten, empfängt Luka Marsic zum Mittagstisch wieder Gäste. „Wie sollen die Gastwirte ihre Kosten bezahlen, wenn sie nicht öffnen und wir nicht bei ihnen essen dürfen?“, fragt Hanna Schrooten. Also trägt sich die 89-Jährige kurzerhand in die vorbereiteten Listen gleich am Eingang des Restaurants ein und bestellt mit einem befreundeten Paar ein Mittagsessen. „Ich wohne gleich in der Nachbarschaft“, erzählt sie, „früher bin ich öfter zum Essen gekommen.“ Das soll nun wieder Normalität werden, wünscht sie sich.