Wermelskirchen: Gartenbauer lassen Rasenschnitt liegen

Wermelskirchen : Gartenbauer lassen Rasenschnitt liegen

Stadtverwaltung verstärkt die Grünflächenkontrollen und hat eine neue Mitarbeiterin eingestellt.

Rainer Jaekel war entsetzt. Der Familienvater wohnt in der Wirtsmühle und musste unlängst erleben, wie Grünschnitt vom Spielplatz ins Haus getragen wurden. Nicht nur bei ihm, sondern auch in der Nachbarschaft. Rasenschnitt unter den Schuhen der Kinder, Rasenschnitt unter den Pfoten der Hunde, Rasenschnitt unter den Schuhen der Erwachsenen. Schön verteilt rund um den Spielplatz in der Wirtsmühle. Der Grund: Der Rasenschnitt lag dick auf der Spielfläche und war nicht entsorgt worden vom Gartenbauunternehmen, das im Auftrag der Stadt Wermelskirchen die Rasenfläche mäht.

Unkraut sprießt im Bereich der Spielgeräte. Foto: Jaekel

Innerhalb von sechs Minuten, berichtete Jaekel, sei der Mitarbeiter der Firma mit einem Aufsitzmäher grob über die Rasenfläche gefahren. "Alle Kanten und Ecken finden keinerlei Berücksichtigung. Der Rasenschnitt blieb liegen und wird in alle umliegenden Häuser getragen", schimpfte er. "Die Stadt sollte ihrer Pflicht nachkommen und die Unternehmen, die sie beauftragt, wenigstens stichprobenartig kontrollieren." Auch das Unkraut wachse aus dem Sandkasten. "Das kann kein annehmbarer Zustand für unsere Kinder sein."

Volker Niemz, Leiter des städtischen Bauhofes, kennt diese und andere Beschwerden. Sie haben ihn über die Mängel-App erreicht. Und er hat bereits darauf reagiert und geantwortet. "Wo die Bürger Recht haben, haben sie Recht." Da sei nichts schön zu reden. Denn: Es habe Probleme mit dem Unternehmen gegeben. Er war mehrere Tage damit beschäftigt, die Beschwerdepunkte abzufahren, die reingekommen seien. Da sei einiges schief gelaufen. "Die Firma hat nicht so gearbeitet, wie wir das erwartet und vertraglich geregelt haben." Auch in Dabringhausen habe es große Probleme gegeben. "Die Firma ist von uns aufgefordert worden, nachzuarbeiten."

Auch der Spielplatz in der Wirtsmühle sei nicht so gepflegt worden, wie es hätte sein sollen. "Klar ist: Es darf bei Rasenmähen gemulcht werden. Der Schnitt darf also liegenbleiben", sagte Niemz. Aber das Ergebnis müsse vernünftig sein: Es dürften keine Rasenklumpen zurückgelassen werden, so dass das Gras durch die Gegend getragen werde. "Das geht nur, wenn regelmäßig geschnitten und der Rasen kurz gehalten werde." In der Wirtsmühle war der Rasen viel zu hoch: "Das Gras hätte weggefahren werden müssen." Auch auf diesem Spielplatz wird die Firma nacharbeiten müssen.

Unkraut habe er nur an den Rändern und beim Fallschutz gesehen. Die Sandkästen, wo die Kinder spielten, seien komplett frei. Dafür sei nicht die private Firma zuständig, sondern die Stadt. "Unsere Gruppen sind unterwegs, aber durch das feuchte Wetter ist das alles nicht so wie gewünscht zu schaffen."

Der Leiter des Bauhofes erklärte, dass die Grünflächenkontrollen im Stadtgebiet jetzt intensiviert würden. Die Stadtverwaltung habe mit Elke Schütte seit dem 15. September eine Mitarbeiterin eingestellt, die den Einsatz der Unternehmen verstärkt kontrolliere. Bisher habe er das als Leiter gemacht, konnte die Kontrollen aber nur sporadisch machen. Anfangs, als drei Fachstellen nicht neu besetzt wurden, hätte er die Aufgaben übernommen. Das sei ohne Probleme machbar gewesen. Doch mittlerweile seien die Ansprüche in vielen Bereichen höher geworden. Darauf habe die Stadtverwaltung durch die Einstellung reagiert.

(RP)
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