Wermelskirchen Für Lastwagen gesperrt

Wermelskirchen · Eine Bordsteinkante auf der Fahrbahn und tägliche Sperrzeiten von 12 bis 19 Uhr sollen den störenden Lkw-Verkehr aus der Telegrafenstraße in den Brückenweg leiten. Auch Rennradfahrer sollen ausgebremst werden.

 Karl-Heinz Stock (v.l.), Rainer Eickhorn und Stefan Evertzberg möchten, dass Kunden in Zukunft weiterhin vor den Geschäften halten können, um schnelle Einkäufe zu erledigen.

Karl-Heinz Stock (v.l.), Rainer Eickhorn und Stefan Evertzberg möchten, dass Kunden in Zukunft weiterhin vor den Geschäften halten können, um schnelle Einkäufe zu erledigen.

Foto: Nico Hertgen

Eine Optische und auch tatsächliche Hürde gibt es ab sofort für Lkw-Fahrer eingangs der Telegrafenstraße. Eine helle Bordsteinkante, die sich optisch von der dunklen Fahrbahn abhebt und durch ihre Erhöhung ein Hindernis darstellt, soll dazu beitragen, künftig den störenden Lkw-Verkehr aus der Telegrafenstraße zu verbannen. Zusätzliche Beschilderung macht deutlich, dass Lkw durch den Brückenweg geleitet werden sollen.

 Ein Bordstein mitten auf der Straße soll Lkw künftig aus der Telegrafenstraße fernhalten. Amtsleiter Florian Lesske (v.r.) und Bürgermeister Eric Weik bei der Baustellenbesichtigung.

Ein Bordstein mitten auf der Straße soll Lkw künftig aus der Telegrafenstraße fernhalten. Amtsleiter Florian Lesske (v.r.) und Bürgermeister Eric Weik bei der Baustellenbesichtigung.

Foto: Nico Hertgen

Als zusätzliche Maßnahme zur Entlastung der eigentlich als verkehrsberuhigt gedachten Einkaufsstraße sollen Sperrzeiten für den Lkw-Verkehr dienen. Montags bis freitags von 12 bis 19 Uhr bleibt die Telegrafenstraße jetzt auf Dauer für den Lkw-Verkehr gesperrt. Nur provisorisch soll aber die Bordsteinkante bis zum Bau des neuen Kaufhauses dort bleiben. Denn dann müsse die Gehwegsituation dort ohnehin umgestaltet werden, gibt Bürgermeister Eric Weik zu bedenken. Der verspricht sich von der Bordsteinkante übrigens auch einen Bremseffekt für zu schnelle Radfahrer aus Richtung Remscheider/Thomas-Mann-Straße. Vor allem Autofahrer hätten sich über rasende Radfahrer beschwert, berichtet Weik und fügt in Kenntnis des problematischen Miteinanders auf der Telegrafenstraße hinzu: "Einer schiebt es auf den anderen."

Allerdings habe der Bau der Bordsteinkante ansonsten keinen Bezug zur Radtrasse und der Führung des Radverkehrs über die Telegrafenstraße, verwahrt sich Weik. Diese Regelung sei schon sehr lange Thema auch im Fachausschuss gewesen, pflichtet ihm Amtsleiter Florian Lesske bei. "Es soll hier für den Durchgangsverkehr so unbequem werden, dass er den Brückenweg bevorzugt", erläutert Weik die Bordsteinbremse.

Tiefbauamtsleiter Stefan Lohkamp weiß, dass die Navigationsgeräte dummerweise den auswärtigen Verkehr nicht über den Brückenweg, sondern durch die Telegrafenstraße leiten. Schon daher sei die optische Blockade notwendig.

Immer so gemacht

Die Geschäftsleute der Telegrafenstraße würden nämlich bis auf zwei ohnehin nur von kleineren Transportern im Lieferverkehr angefahren. Daraus lasse sich ableiten, dass es sich bei den vielen Lkw, die täglich durch die Telegrafenstraße gerollt sind, tatsächlich um Durchgangsverkehr gehandelt habe, weiß Lohkamp. Für die Radfahrer, die die Telegrafenstraße gegen die Einbahn befahren, wird die Bordsteinkante allerdings mit einer kleinen Rampe versehen. Denn in diese Richtung soll sie ja kein Hindernis darstellen.

Die Stadtverwaltung hofft mit dieser Maßnahme natürlich auch, den sonstigen Durchgangsverkehr mehr als bis dato aus der Telegrafenstraße heraus zu bekommen. "Die Leute machen es immer noch so, wie sie es immer gemacht haben", beobachtet Lohkamp. Und Weik weiß: "Es dauert in der Regel eine Generation, bis Verkehrsveränderungen auch tatsächlich angenommen werden."

(RP)
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