Wermelskirchen: Für Badneubau gibt's keine Förderung

Wermelskirchen: Für Badneubau gibt's keine Förderung

Während die Saunagäste im Quellenbad ihren Saunaaufgüssen nachtrauern und immer häufiger Schwimmer angesichts Personalknappheit vor verschlossenen Hallenbadtüren stehen, bereiten Politiker in nichtöffentlichen Sitzungen den Bau des neuen Hallenbades auf dem oberen Eifgen-Tennenplatz vor. Klar wurde auf der jüngsten Sitzung: Für das Zehn-Millionen-Projekt gibt es keine Fördermittel in NRW. Deshalb muss Wermelskirchen, obwohl die Stadt in der Haushaltssicherung ist, diesen Betrag selbst stemmen - sprich über Kredite. Angesichts der anstehenden Lawine von kostenträchtigen Projekten wie Sekundarschul-Neubau, Brandschutz, Kunstrasenplätze und jetzt obendrauf neue Kindergärten keine einfache Aufgabe.

Wobei die Finanzaufsicht, also der Rheinisch-Bergische Kreis, sehr genau dem Wermelskirchener Kämmerer bei der Hallenbad-Neuplanung auf die Finger schaut. Denn: Ein Neubau muss sich als haushaltssichernde Maßnahme darstellen. Das bedeutet: Es muss die Wirtschaftlichkeit des Haushaltes verbessern. Und das geht letztlich nur über geringe Betriebsausgaben - "wir sind optimistisch, dass wir durch deutliche Einsparungen im Energiebereich den Schuldendienst senken können", erklärte gestern Bürgermeister Rainer Bleek auf Anfrage unserer Redaktion.

Auf Grundlage der 2016-Bilanzzahlen, die vor einem Jahr präsentiert wurden, beschloss der Stadtrat den Neubau. Das Defizit des heute 45 Jahren alten Hallenbades lag bei 850.000 Euro, für Strom und Wasser gab die Stadt 210.000 Euro aus, für Heizung 107.000 Euro.

Nach der schlechten Nachricht, dass es keine Förderung für das neue Hallenbad gibt, diskutierten die Politiker im Arbeitskreis Bäder jetzt über die Auswahlkriterien des künftigen Projektsteuerers. Denn die Verwaltung kann das Projekt in Eigenleistung personell nicht mehr betreuen. Dem Projektsteuerer obliegt die Aufgabe, die zeitlichen und finanziellen Voraussetzungen einzuhalten. Bleek: "Wir haben jetzt die Bewertungskriterien für diese Position festgelegt und werden das Vergabeverfahren angehen." Bleek ist zuversichtlich, dass dieses Verfahren bis zu den Sommerferien beendet ist. Denn 2020 soll ja schließlich mit dem Bau des Hallenbades begonnen werden. "Die Vergabe wird zeitnah erfolgen." Und zwar durch den Verwaltungsvorstand und nicht durch die Politik. Die erste Aufgabe eines Projektsteuerers wird sein, eine Zeitschiene festzulegen bis zum Baustart des neuen Quellenbades.

(RP)