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Frist verstrichen – jetzt räumt Stadt den Sperrmüll weg

Müllberge an der Berliner Straße nach Wohnungsauflösung : Frist verstrichen – Stadt räumt Sperrmüll weg

Ex-Mieter löste Wohnung auf. Er reagierte nicht auf Forderungen, die Reste vom Bürgersteig zu entfernen. Eine Woche türmte sich der Müll. Die Stadt räumte nach einer Woche; jetzt gibt’s Rechnung und Bußgeld.

Es verging in dieser Woche kein Tag, dass wieder neuer Restmüll an die Berliner Straße in der Nähe des Minikreisels auf den Bürgersteig gestellt wurde. Auf einer Länge von fast 20 Metern fand man alles, was nach einer Wohnungsräumung oder Renovierung benötigt wird – also Sperrmüll wie auch Restmüll. Und immer wieder wurde abends oder nachts noch etwas zugestellt. Für den Verursacher wird’s jetzt teuer, denn er reagierte nicht auf eine Fristsetzung der Stadtverwaltung: Gestern rückte der Entsorger an, den die Stadtverwaltung immer dann beauftragt, wenn wilde Müllkippen beseitigt werden müssen. Neben der Rechnung für die Entsorgungskosten flattert dem Verursacher jetzt noch ein Bußgeldbescheid ins Haus.

Eigentlich hatte der Ex-Mieter einer Wohnung alles richtig gemacht: Er hatte eine Sperrmüllkarte beantragt, bezahlt und dann angegeben, was alles als Sperrmüll entsorgt werden sollte. Am Donnerstag vergangener Woche rückte dann das Entsorgungsfahrzeug an und fand viel mehr vor, als der Antragsteller notiert hatte. Die Einschätzung von Dirk Irlenbusch, als Kämmerer zuständig auch für die Abfallentsorgung: „Da wurde eine Wohnung aufgelöst. Der Ex-Mieter hat viel mehr Müll an die Straße gestellt als er angegeben hat.“

Die Entsorger aber disponieren ihre Kapazität, und sie schauen genau nach, was beantragt wurde und ob es sich um Sperrmüll handelte. So wurde ein Teil abgefahren, der Rest blieb auf dem Bürgersteig liegen. Da nun die Stadt wusste, wer der Antragsteller war, forderte sie ihn auf, den Rest auf ein Privatgrundstück zu stellen – gleichzeitig nannte man ihm die Öffnungszeiten des Wertstoffhofes.

Doch der Verursacher rührte sich nicht. Und es wurde immer wieder mehr Müll dazugestellt. Dann setzte die Stadt dem Verursacher eine Frist. Die lief am Freitagmittag ab, ohne dass sich etwas getan hätte. Der Ex-Mieter habe nicht auf die Frist reagiert, so dass nun die Stadt aktiv werde, hieß es am Freitagmorgen. Und gegen 14 Uhr rückte dann der Entsorger an.

Der Verursacher wird nun auch die Kosten für jenen Müll übernehmen müssen, den ihm Fremde dazu gestellt hatten. Und natürlich gibt es ein Bußgeld von der Stadt. Wenn er selbst den Sperrmüll während der Frist abgefahren hätte, wäre er sicher preiswerter davongekommen: Drei Kubikmeter Sperrmüll kosten auf dem Wertstoffhof an der Albert-Einstein-Straße zehn Euro.