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Frische Farbe für die Dhünner Schule​

Elternaktion in Wermelskirchen : Frische Farbe für die Dhünner Schule

Freiwillige Helfer wollen in Kooperation mit der Stadt drei Klassenzimmer renovieren. Die Aktion soll der Auftakt für ein jährliches Projekt zum Schuljahresende sein. Helfende Hände werden noch gesucht.

Agathe Jäger weiß sehr wohl, dass aller Anfang schwer ist. Aber, so sagt sie: „Vom Meckern allein passiert nichts – es hilft nicht weiter, alles negativ zu sehen.“ Die 37-Jährige gehört als Kassenwartin dem Vorstand des Dhünner Schulfördervereins der Dhünntal-Gemeinschaftsgrundschule an und hat sich ein Ziel gesetzt: Am 17., 18. und 19. Juni sollen drei Klassenzimmer frisch gestrichen werden – in ehrenamtlicher Leistung durch den freiwilligen Einsatz von Eltern. „Abgesprochen ist das Vorhaben natürlich mit der Schulleitung und der Stadtverwaltung, die uns das Material zur Verfügung stellt“, betont Agathe Jäger, die Mutter einer zwei- und einer siebenjährigen Tochter ist – die ältere ist Dhünntalschülerin und steht kurz vor der Vollendung ihres ersten Schuljahrs.

Agathe Jäger wünscht sich ein „Umdenken für das Soziale“, ein „Ablegen von Erwartungshaltungen“ und setzt darauf, für die geplanten drei Tage mit Aus- und Einräumen der Klassenzimmer sowie reichlich Pinselschwingen und Rollenstreichen möglichst viele Helfer zu gewinnen.

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„Wir haben die Stadt darum gebeten, das machen zu dürfen, und sind auf offene Ohren gestoßen. Der stadteigene Maler hilft uns: Er kümmert sich um die Flure und um die Ausbesserungs- oder Spachtelarbeiten an den Wänden“, blickt Agathe Jäger auf das Renovierungsvorhaben aus: „Ob es das Zirkusprojekt, kleine Geschenke oder andere finanzielle Unterstützung sind – der Förderverein macht viel. Das bleibt aber oft im Hintergrund.“ Sie wolle mehr tun, als ausschließlich zu spenden, beschreibt Agathe Jäger ihre Motivation. Als ihre Tochter eingeschult wurde, habe sie festgestellt: „Der Zustand der Klassenzimmer ist ok, ist akzeptabel – aber nicht mehr.“ Da sei geflickt und ausgebessert worden, was letztlich zu fünf verschiedenen Gelbtönen an den Wänden eines Raumes geführt habe: „Hier ist Handlungsbedarf – das geht schöner. Wir Eltern können sicher nicht alles sanieren, aber wir können einen Anfang machen.“ Leider wäre die bisherige Resonanz von potentiellen Helfern „eher traurig“; nun  hofft Agathe Jäger darauf, dass sich in nächster Zeit noch weitere fleißige Hände finden und appelliert: „Der Schulförderverein und alle Aktionen rund um das Schulgeschehen leben von den Eltern.“

Mit Blick auf die Nachbarn in Dabringhausen, wo die Gemeinschaftsgrundschule genauso einen Standort hat, sagt Agathe Jäger: „Vielleicht sind dort ja genauso Eltern bereit, sich zusammen zu tun, und solch eine Renovierungsaktion zu starten – bei der Verwaltung findet man da sehr zuvorkommende Kooperationsbereitschaft. Natürlich müssen da Regeln eingehalten werden, es handelt sich ja schließlich um eine Schule.“ Das sei komplizierter, als sie anfangs mal gedacht habe, aber machbar.

„Ich freue mich über dieses Engagement der Eltern“, lobt Schulleiterin Friederike Kelzenberg-Gerloff: „Die Schule wird unterstützt und das für die Kinder – es gilt doch, das Beste herauszuholen. Das ist im Sinne des Gemeinwesens.“ Jeder mit offenen Augen würde sehen und erkennen, dass die Verwaltung so viele Aufgaben habe, dass sie es trotz bestem Willen nicht bewältigen könne: „Weder personell, noch sind Handwerker zu kriegen. Und nicht so schnell, wie es die Eltern umsetzen können – das kann sich jeder an fünf Fingern abzählen.“

Agathe Jäger denkt über die drei Klassenzimmer, die demnächst eine Renovierung verpasst bekommen, hinaus: „Ich möchte daraus gerne ein jährliches Projekt der Eltern machen – stets natürlich mit Getränken, einem Imbiss und auch einem Feierabendbier.“ So könnten jedes Jahr zum Schuljahresende ein oder zwei Klassenzimmer in Kooperation mit der Stadt neu gestrichen werden. „Durch solch ein Projekt rücken bestimmt auch die Eltern mehr zusammen“, ist Agathe Jäger überzeugt.

Am Standort der Dhünntalschule in Dhünn wurden mit dem Schuljahr 2021/22 zwei neue erste Klassen aufgenommen. Insgesamt gehen in Dhünn 103 Grundschülerinnen und -schüler zur Schule. Den Standort in Dabringhausen hinzugerechnet, addiert sich die Zahl der Dhünntalschüler auf knapp über 300. Durch Aufnahme von aus der Ukraine geflüchteten Kindern wurde die 300er-Marke, die zu Beginn des zu Ende gehenden Schuljahrs bei der Gesamtschülerzahl noch knapp unterschritten war, inzwischen überschritten.