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Freibad in Wermelskirchen: Waldbad nach Corona-Pause wieder geöffnet

Schwimmen im Linnefetal : Freibad besteht die große „Nagel-Probe“

Bei bestem Badewetter startete am Freitagvormittag das Dabringhausener Waldbad im Linnefetal in die Corona-Saison. Nach aufreibenden Tagen der Vorbereitung sehen sich die Aktiven für die anstehenden sechs Wochen bestens gerüstet.

Um 9.59 Uhr erschallen laute Stimmen am Freibad-Eingang: Wie einen Countdown an Silvester zählen Kinder, Jugendliche und Erwachsene, die sich am Eingang mit Hilfe der auf dem Boden markierten Linien zum Einhalten des 1,50-Meter-Abstands in einer zehnköpfigen Warteschlange formiert haben, mehrstimmig die Öffnung „ihres“ Waldbades im Linnefetal herbei. Dieser Start in die Saison ist ein ganz besonderer, denn erst Mitte Mai entschieden die ehrenamtlichen Betreiber des Schwimmvereins (SVFD) und des Fördervereins (FFD), trotz der Einschränkungen durch die Pandemie das Bad zu öffnen.

„Es liegen anstrengende Wochen hinter uns. Noch nie haben wir so viele Stunden in die Vorbereitung der Saison gesteckt“, sagen Katja Salz-Bannier und Dominik Roenneke (SVFD) und der FFD-Vorsitzende Kurt Genz. Die Aktiven hatten nicht nur die üblichen Saisonvorbereitungen mit Mindestabstand zu bewerkstelligen, sondern auch alle pandemiebedingten Sicherheitsregeln umzusetzen. „Wir hatten eine Begehung vom Gesundheitsamt, und das hat uns sehr geholfen – das war echte Beratung und sehr serviceorientiert“, lobt Roenneke. „Und wir haben uns Tipps von anderen Bädern geholt, die schon eher geöffnet haben“, sagt Katja Salz-Bannier. Schwimmmeisterin Svenja Hirschhausen war schon 2019 im Linnefetal, ist mit den Örtlichkeiten vertraut und kennt die praktische Umsetzung der Corona-Regeln aus anderen Bädern, sagt Roenneke.

Für die gut sechs Wochen lange Badesaison sehen sich die Betreiber gut gerüstet: Hinweisschilder verkünden an den WC-Räumen „maximal drei Personen“ oder an den Duschräumen „maximal eine Person“. Auf dem 8000 Quadratmeter großen Areal erinnern Aufkleber und Tafeln an die Einhaltung des Mindestabstands, am Eingang sowie an den Zugängen zu Räumen stehen Hand-Desinfektionsmittel bereit – und ein straßenbreites Banner am beschrankten Zugang zum Freibad macht klar: „Zutritt nur mit Saisonkarte oder gültigem Tagesticket.“ Am 30. Juni endet der Verkauf der Saisonkarten, von denen knapp 600 verkauft wurden, Tagestickets müssen online über www.bergisch-live-de bestellt werden. „In mühevoller Arbeit haben wir alle Saisonkarten mit QR-Codes beklebt, bei Familienkarten hat jedes Mitglied eine eigene Karte. Die Tageskarten bekommen automatisch einen QR-Code“, sagt Katja Salz-Bannier. Beim Scannen erfolgt automatisch die verpflichtende Registrierung, wer wann wie lange im Freibad war. „Das digitale Verfahren erspart uns einen immensen Verwaltungs-Aufwand und kann eine Idee für die Zukunft sein“, sagt Roenneke. „Die Daten werden nach vier Wochen gelöscht.“ Der Zu- und Abgang zur beliebten Sonnenterrasse ist eine Einbahnstraße: Auf einer Treppe geht es auf-, über die zweite abwärts. Die Terrasse am Kiosk ist gesperrt – Pommes, Eis oder Getränke gibt es nur „to go“. „Wir verleihen weder Liegen, Spielzeug oder Sonnenschirme. Wer möchte, kann sich Utensilien selbst mitbringen“, sagt Katja Salz-Bannier. Der Aufwand der vorgeschriebenen Desinfektion nach jeder Ausleihe wäre zu groß.

Den Freibadbetrieb stemmen zwei hauptamtliche Kräfte (Schwimmmeisterin, Rettungsschwimmer) sowie ein Pool von 40 ehrenamtlich Aktiven, die sich um Ticketkontrolle und Desinfektion kümmern. „In drei Schulungen haben wir alle eingewiesen“, sagt Roenneke.

Das beste Freibad-Wetter am Freitag nutzte Nina Ricciardi, die zu den ersten 60 Besuchern gehörte: „Wir sind neu nach Dabringhausen gezogen, und ich wollte mir das mal anschauen. So ein wohnortnahes Freibad ist klasse.“ Das familiäre Ambiente sei sehr gut für Kinder geeignet. Die Mutter von zwei Töchtern kündigte an: „Ich komme mit meinen Kindern wieder.“