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Wermelskirchen: Freibad: Es kommt knüppelhart

Wermelskirchen : Freibad: Es kommt knüppelhart

Der Förderverein Freibad Dabringhausen hatte auf ein Gespräch mit den Fraktionsvorsitzenden gesetzt. Doch die Fakten, die Mitarbeiter der Verwaltung liefern sollten, gab's nicht. Das Treffen wurde abgesagt. Der Frust sitzt tief.

Martina Djenati ist enttäuscht — und frustriert zugleich. Am Montagabend hatte sie die Fraktionsvorsitzenden eingeladen, um ein zweites Mal mit ihnen über die Freibad-Situation in Dabringhausen zu sprechen. Zwei Mitarbeiter der Stadtverwaltung sollten dringend benötigte Fakten liefern — doch aus dem Treffen wurde nichts. Die Mitarbeiter durften nicht kommen, Djenati sagte das für die Politik und für den Verein so wichtige Treffen kurzfristig ab.

Es geht um die Existenz des Freibades. Auf 190 000 Euro veranschlagt der Kämmerer jährlich den Zuschussbedarf. Der Förderverein leistet viel Eigenarbeit — vor zehn Jahren bei der Gründung lag der Zuschussbedarf noch bei 340 000 Euro, 2010 bei 215 000 Euro, wobei der Verein die Kosten drückte und den Zuschuss auf 190 000 Euro reduzierte . Weiteres Einsparpotenzial wird bis zu 40 000 Euro gesehen — dazu benötigt der Verein aber exakte Betriebskostendaten.

"Für uns als Verein sind diese Daten ebenso wichtig wie für die Politik. Die muss schließlich auf der richtigen Grundlage entscheiden", sagte Djenati gestern. "Und wir müssen wissen, was wir noch stemmen können." Bisher sei, wie im Kinder- und Jugendparlament, "mit Zahlen rumgeworfen" worden, da hätten die Kinder nichts mit anfangen können.

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Auch die Abstimmung im Workshop mit 14 Leuten sei nicht repräsentativ gewesen. "Wer fragt: Quellenbad oder Freibad mit der einzigen Argumentation der ganzjährigen Nutzung, kann kein objektives Meinungsbild erfahren." Es werde auch immer rum erzählt, dass das Bad einen hohen Wasserverlust habe. "Dazu brauchen wir Fakten. Ich habe noch keinen Wasserverlust festgestellt", so Djenati.

Der Bürgermeister habe ihr bei ihrer Wahl zugesagt zu helfen. "Ich werde jetzt noch das Gespräch suchen. Denn ich habe den Eindruck, dass die Fraktionen das Bad noch nicht aufgegeben haben."

Keine Einladung erhalten

"Ich habe für keine der beiden Veranstaltungen eine Einladung erhalten", so gestern Bürgermeister Eric Weik auf Anfrage. Es sei nicht der Job von Mitarbeitern, ohne sein Wissen im Gespräch mit Politikern Daten rauszugeben. Das sei Sache des Bürgermeisters oder der Dezernenten.

Deshalb hätten die Mitarbeiter dort nicht auftreten dürfen. Nach seiner Ansicht gebe es eine Mehrheit für die Schließung des Bades — auch die Voten des KiJuPa und der Bürgerbeteiligung gingen in diese Richtung.

Der Förderverein könne alle Zahlen haben, so Weik: "Aber wir haben einen Zuschussbedarf von 150 000 bis 250 000 Euro und einen Sanierungsstau von 300 000 Euro. Ich glaube nicht, dass da ein Politiker ernsthaft investieren will."

(RP)