Wermelskirchen Freibad: Die Zeit rennt davon

Wermelskirchen · Die vorbereitenden Arbeiten im Freibad in Dabringhausen hätten schon längst beginnen müssen. Mit dem Ratsbeschluss allein ist es nicht getan. Die Stadtverwaltung wartet jetzt ab, wie sich der Förderverein entscheidet.

 Können die Wermelskirchener den Sommer 2012 im Freibad genießen? Dazu müsste der Förderverein, unter Mithilfe engagierter Bürger dieser Stadt, einen Trägerverein gründen.

Können die Wermelskirchener den Sommer 2012 im Freibad genießen? Dazu müsste der Förderverein, unter Mithilfe engagierter Bürger dieser Stadt, einen Trägerverein gründen.

Foto: Renate Frowein

"Eigentlich", meint Franz Steuper, "wären wir jetzt schon unten im Freibad und würden das schöne Wetter für die ersten Arbeiten nutzen." Denn im Freibad an der Linnefe gibt es in diesem Jahr besonders viel zu tun: Das Filtermaterial muss ausgewechselt werden. "Geld für diese Investition ist da nicht das Problem. Uns läuft die Zeit davon."

Mit dem fraktionsübergreifenden Ratsbeschluss am Montagabend, das Freibad unter bestimmten Voraussetzungen zu erhalten, endet eine bange Zeit für die Freibadfreunde. Eine Hürde ist besonders hoch: Der Freibadförderverein muss eine Trägergesellschaft gründen, die quasi für die Stadt die Organisation der Freibadsaison dieser weiterhin städtischen Anlage übernimmt. Sonst bleibt das Bad zu.

Steuper wieder dabei

"Fangen wir jetzt an zu arbeiten oder nicht?" Diese Frage stellt sich Steuper. Der 71-Jährige ist wieder mit dabei, denn "ich kenne die Gesamtzusammenhänge. Ich werde wohl kräftig mit anpacken müssen." Er will den technischen Part im Förderverein übernehmen und hat das Problem, dass die Fachleute im Rathaus sitzen. Und da ist gerade Urlaubszeit. Spätestens Mitte Juni müsse aber alles fertig sein: "Wir können nicht drei Monate intensiv arbeiten und nur acht Wochen öffnen. Das ist zu wenig." Aber die Politik habe ihnen die "Karte" zugeschoben, und "wenn wir es nicht schaffen, sind wir es schuld, dass es kein Freibad mehr gibt."

Martina Djenati hat inzwischen Gespräche mit Betreibervereinen geführt. Ihr ist klar: Für diese Betreibergesellschaft braucht der Förderverein auch neue Leute. Die müssen Führungsqualität haben. Sie wolle sich sicher nicht sperren, aber "ich muss auch sehen, was an Arbeit auf mich zukommt". Deshalb braucht sie dringend weitere Detail-Informationen auch von der Stadt. "Wir haben jetzt jede Menge Arbeit vor uns. Und spätestens in der Woche nach Ostern muss die Mitgliederversammlung entscheiden." Auch sie befürchtet wie Steuper, dass dem Förderverein jetzt die Zeit davonlaufe.

Ob das Freibad Dabringhausen oder Wermelskirchen heißt, ist Franz Steuper übrigens egal. "Hauptsache ist doch, es wird geöffnet." Mit dem Beschluss zur Umbenennung in "Freibad Wermelskirchen" hofft er jetzt, dass auch Bürger aus den anderen Stadtteilen mit anpacken, denn "Arbeit haben wir genug". Die Spendenzusagen haben inzwischen die Marke von 62 000 Euro "geknackt" — "wir haben in Wermelskirchen alle großen Firmen angeschrieben. Aber da ist nur ganz wenig gekommen. Das ist eigentlich schade."

Kann Verein das Projekt stemmen?

Der Bürgermeister liest die Ratsentscheidung anders: "Es wurde nicht entschieden, das Freibad fortzuführen, sondern nur, dass die Stadt Festbeträge unter bestimmten Bedingungen zahlt. Der Betrieb wird dem Verein überlassen." Ob der Verein dies für 100 000 Euro und ab 2013 für 75 000 Euro Zuschuss jährlich leisten könne, bezweifele er, so Weik. "Der Förderverein hat immer gesagt, unter 150 000 Euro ginge gar nichts. Aber 2012 gibt es nur 100 000 Euro. Keinen Cent mehr." Deshalb warte die Stadt jetzt ab, was der Verein mache.

Es werde auch städtisches Personal gestellt — "aber der Einsatz wird angerechnet auf den städtischen Zuschuss." KOMMENTAR

(RP)
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