Wermelskirchen: "Freddy Flitz" sorgt für sportlichen Ferienspaß

Wermelskirchen: "Freddy Flitz" sorgt für sportlichen Ferienspaß

Jule steht etwas unsicher vor den Ringen. In luftiger Höhe soll sie Fuß für Fuß durch die Holzringe balancieren. "Am Anfang hatte ich richtig Angst", sagt die Neunjährige, "ich wusste ja nicht, ob das funktioniert." Aber dann hat sich die Grundschülerin überwunden. Vorsichtig und mit ein bisschen Hilfe hat sie eine Übung nach der anderen absolviert. "Jetzt traue ich mich fast alles", sagt Jule stolz und greift zu den Ringen.

Diese Beobachtung hat Diplom-Pädagogin Sonja Robbe in der vergangenen Woche häufiger gemacht. Seit Dienstag hat sie gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen der Offenen Ganztagsschule St. Michael ihr Programm "Freddy Flitz" zum Leben erweckt. In der Woche zuvor hatten die Mitarbeiterinnen der OGS mit den Jungen und Mädchen bereits Erlebnisse rund um das Thema "Alles in Bewegung" gesammelt. 30 Kinder, die von ihren Eltern während der Osterferien für die Ganztagsbetreuung angemeldet worden waren, nahmen teil. "Wir wollen, dass die Ferienzeit für die Kinder auch etwas Besonderes ist", erklärt OGS-Leiterin Sabine Nickel den großen Aufwand. Jeden Tag von 7 bis 16.30 Uhr waren sie mit den Kindern unterwegs. "Das ist eine ganz andere Atmosphäre als sonst im Offenen Ganztag", befindet Sabine Nickel, "die Kinder sind entspannt, die Gruppe ist viel kleiner." Morgens gab es ein Frühstücksbuffet, in der ersten Woche dann Ballspiele, Kegelausflüge und Forscheraktionen. In der zweiten Woche übernahm dann Sonja Robbe und verwandelte die Sporthalle an der Jörgensgasse in einen Erlebnisparcours.

"Wir machen seit einigen Jahren die Beobachtung, dass sich die Fähigkeiten der Kinder, wenn es um körperliche und kognitive Entwicklung geht, verschlechtert haben", sagt sie, "und beides hängt eng zusammen." Dritt- und Viertklässler haben Probleme beim Seilspringen, Balance ist dann Glückssache, und Kinder verbringen die Zeit lieber vor dem Computer als draußen.

"Wir hatten in dieser Woche allerdings die komplette Bandbreite dabei", sagt die Pädagogin. Sportliche Fußballjungs und bewegliche Leichtathletik-Mädels, denen die Bewegung vertraut war. Und Kinder, die sich anfangs schwertaten. "Wir haben alle mitgenommen und Erfolgserlebnisse gesammelt", sagt Sonja Robbe. In der Halle trainierten die Kinder ihre Balance auf wackeligen Bänken, überwanden die Angst vor der Höhe an der Kletterwand, sie übten sich an Rätselaufgaben, beim Werfen und, wer wollte, auch beim Tanzen.

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"Und wir sind jeden Tag rausgegangen", erzählt Sonja Robbe, "auch wenn es geregnet hat. Wir waren klatschnass, aber glücklich." Und das gilt für Kinder wie Jule ebenso wie für die Tobejungs wie Roy und Davide. "Wir rennen auch beim Fußball viel", befinden die beiden Zehnjährigen bei der Olympiade zum Abschluss, "das hier war leicht. Aber es hat richtig viel Spaß gemacht." Und darum ging es schließlich neben den pädagogischen Aspekten auch.

Während Roy und Davide auf der Jagd nach der Abschieds-Urkunde bereits die zweite Runde durch den Parcours flitzen, tanzen Isabella (6) und Sarah (7) auf der dicken Turnmatte. "Das war anstrengend, aber auch richtig cool", befindet Isabella, "richtig gute Ferien."

(resa)
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