Wermelskirchen: Fraktionen üben harsche Kritik an Betreuungsverein

Wermelskirchen : Fraktionen üben harsche Kritik an Betreuungsverein

Die Veranstaltung des Betreuungsvereins Hünger am heutigen Samstag scheint zu platzen. Denn die im Rat vertretenen Fraktionen sind zutiefst verärgert und haben allesamt ihre Teilnahme abgesagt - nicht, weil sie gegen einen Mensa-Ausbau seien. Vielmehr stoßen sie sich an der Art und Weise, wie der Betreuungsvereinsvorsitzende seine Ideen durchsetzen will - so der Tenor einer Umfrage unter den Fraktionsvorsitzenden. Auch Vertreter aus dem Schulministerium, Schulrätin und Landrat Stephan Santelmann werden nicht teilnehmen. Zuvor hatte Bürgermeister Rainer Bleek dem Vorsitzenden untersagt, die Veranstaltung mit Tag der offenen Tür, Besichtigung der Hausmeisterwohnung und Podiumsdiskussion in den Schulräumen durchzuführen, weil dies nicht mit der Verwaltung abgestimmt gewesen sei. Eingeladen hatte Peter W. Kolitschus, Vorsitzender des Betreuungsvereins, weil der Lösungsansatz für die Erweiterung des OGS-Mensabereichs nach seinen Angaben nicht offiziell kommuniziert sei. Wie berichtet, plant die Stadt eine Mensaerweiterung im Bestand unter Einbeziehung der Hausmeisterwohnung.

"Wir wünschen uns das Beste für die Schule und wollen eine gemeinsame Lösung für die Schule, aber wir werden den Betreuungsverein nicht unterstützen", sagt Oliver Platt vom Bürgerforum. Jedoch seien Stil, Auftreten und die Art und Weise, wie der Vorsitzende mit der Verwaltung und Politik umgehe, nicht hinnehmbar. So habe er interne Mails öffentlich gemacht. "Wir stellen uns hinter den Bürgermeister und die Verwaltung", sagte Platt nach einer Abstimmung mit anderen Fraktionsvorsitzenden.

Befremdlich wirke, dass Schulleitung und die aktuelle Schulpflegschaftsvorsitzende gar nicht zu der Veranstaltung eingeladen worden seien.

"Die Planung der Stadt als Eigentümerin ist gut", sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Christian Klicki. Mann wolle sich nicht von einem Betreuungsverein abhängig machen noch die Interessen einer einzelnen Person vertreten. Es müsse Schluss mit der Keilerei sein, sagt Jochen Bilstein, Fraktionsvorsitzender der SPD. Eine Lösung, die einvernehmlich mit Schulleitung, Elternvertretung und anscheinend auch mit der Hausmeisterin getroffen sei, sieht er in dem Umbauplänen der Stadt. "Auf diesen Stil habe ich keinen Bock. Dieser Ärger darf nicht auf den Rücken der Schüler ausgetragen werden", sagt Henning Rehse, Fraktionsvorsitzender der WNKUWG, hörbar verärgert über das Vorgehen des Betreuungsvereinsvorsitzenden. "Wir stehen aber hinter dem Schulstandort und wollen dass die Schule und OGS erhalten bleiben."

Die Kommunikation sei sehr unglücklich, sagt Stefan Janosi, Sprecher Grünen, sehr diplomatisch. Ursprünglich habe man an der Veranstaltung teilnehmen wollen, aber angesichts der Art und Weise, wie der Betreuungsvereinsvorsitzende vorgegangen sei, verzichten auch die Grünen auf die Teilnahme.

(RP)
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