Wermelskirchen: Forderung: Badpersonal vom Reinigungsdienst entlasten

Wermelskirchen : Forderung: Badpersonal vom Reinigungsdienst entlasten

Eine Stadt ohne Hallenbad ist arm dran. Wer eins hat, muss tief in die Tasche greifen, denn Hallen- wie auch Freibäder sind Zuschussbetriebe. Vor allem dann, wenn die Gebäude und Anlagen in die Jahre gekommen sind. Deshalb plant Wermelskirchen auch den Neubau, um hier im energetischen Bereich einsparen zu können.

Das finden die Bürger sicher in Ordnung, auch wenn das neue Bad ohne Sauna geplant wird. Doch aktuell vergrault die Stadtverwaltung die Saunagänger sowieso, aber auch inzwischen die Schwimmer. Denn immer wieder kommt es zu Schließungen, weil Personal erkrankt und damit der Badebetrieb nicht gesichert ist.

Inzwischen wurden bei den Frühschwimmern zwei Zeiten gestrichen - montags und donnerstags. An diesen beiden Tagen ist anschließend kein öffentlicher Badebetrieb. Sonst müssten Schwimmmeister für diese eineinhalb Stunden extra ins Bad kommen. Denn seit gut einem Jahr müssen die städtischen Angestellten, im Gegensatz zu früheren Zeiten, auch bei den Frühschwimmern die Aufsicht übernehmen. Das war eigentlich nicht so vorgesehen. 6,5 Stellen gibt es fürs Hallenbad - zu wenig, meint der zuständige Beigeordnete Stefan Görnert. Zudem belastet der Krankenstand das Rest-Team. "Wir brauchen jetzt die Unterstützung des Kämmerers", sagt Görnert. "Wir suchen eine vernünftige Lösung, damit wir wieder normal öffnen können."

Im Klartext: Görnert möchte Entlastung bekommen für Aufgaben, die eigentlich nichts mit der Sicherstellung des Badebetriebs zu tun haben. "Es wäre sinnvoll, eine externe Firma mit der Reinigung zu beauftragen. Das geht dann nicht zu Lasten der Schwimmmeister. Die könnten dann fachgerecht eingesetzt werden."

Auch für die inzwischen gestrichenen Saunaaufgüsse wird eine Lösung gesucht - zum Beispiel die Übernahme durch einen Verein.

Viel schwieriger ist aber die Suche nach Fachpersonal. Der Markt scheint leer gefegt. "Wir hatten früher einen Pool von Aushilfen. Der ist nicht mehr vorhanden", beschreibt Görnert die Situation. Gerne würden Bürger und Politiker der Stadt dann das Beispiel Burscheid vorhalten. Nach Görnerts Informationen gibt es dort sieben Angestellte und zwölf Mitarbeiter im Pool - "da können wir einfach nicht mehr mithalten", sagt der Beigeordnete.

(RP)
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