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Wermelskirchen: Förderverein legt Konzept vor

Wermelskirchen : Förderverein legt Konzept vor

Freibad Dabringhausen: Der Förderverein schlägt den Fraktionen Sparmaßnahmen und Möglichkeiten der Effizienzsteigerung vor. Eine Schließung des Bades würde bis zu 1,5 Millionen Euro kosten.

Der Freibad-Förderverein Dabringhausen kämpft weiter — und hat ein Konzept zu den dringenden Sanierungsmaßnahmen ebenso erarbeitet wie konkrete Ansätze zur Effizienzsteigerung. Denn: Das Freibad Dabringhausen steht ganz oben auf der "Giftliste" — 190 000 Euro an städtischen Zuschüssen sollen mit der sofortigen Schließung eingespart werden.

Deshalb wurde dieses Sparkonzept gestern allen Fraktionen zugeleitet — wobei der Vorstand im Vorwort die Frage stellte, ob es nicht verantwortungslos sei, das Bad aufzugeben, ohne alle Sparpotenziale genauestens geprüft zu haben?

Mit dem Sparkonzept möchte der Förderverein die Kosten weiter reduzieren — um das Bad zu erhalten. Das war auf der jüngsten Informationsveranstaltung im "Markt 57" angekündigt worden. Jetzt liegt es vor. Der Tenor: Der Verein könne weitere Leistungen übernehmen; auch die Einnahmeseite könnte durch Aktionen, Veranstaltungen und Schwimmunterricht gesteigert werden. Eine leichte Erhöhung der Eintrittspreise wird ebenfalls vorgeschlagen. Um Kosten umzuverteilen, sollte das Hallenbad in den Sommerferien geschlossen werden.

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Die von der Stadtverwaltung für 2012 als erforderlich angesehenen Sanierungen hat der Förderverein analysiert — und kommt zu dem Schluss, dass durch Eigenleistung oder Auftragsvergabe durch den Verein die Kosten halbiert werden könnten. Minimal von 70 500 Euro (Stadt) auf 45 000 Euro, maximal von 138 500 (Stadt) auf 60 000 Euro. Wobei der Förderverein zum Beispiel unterschiedliche Sichtweisen zu manchen Sanierungsfällen hat.

So spricht die Stadt von Wasserverlust, der Verein kann ihn aber nicht feststellen; für die Erneuerung der Sozialräume in 2012 hat die Stadt sich weder zur Notwendigkeit noch zur Umsetzung erklärt. Als Zwischenlösung schlägt der Verein hier eine Mobilcontainer-Räumlichkeit (15 000 Euro statt 68 000 Euro) vor.

Eigenleistung spart Geld

Die mittelfristigen Sanierungskosten (fünf bis acht Jahre) schätzt der Verein auf 129 000 Euro ein, die langfristigen (innerhalb von zehn Jahren) auf 220 000 Euro. Damit lägen die Sanierungskosten zwischen 312 500 (minimal) und 392 500 Euro (maximal). Martina Djenati, die Vereinsvorsitzende: "Eine deutliche Senkung der notwendigen Sanierungskosten ist durch viel Eigenleistung und Auftragsvergabe durch den Förderverein möglich."

Die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit ist ein weiterer Punkt: Rund 37 000 Euro könnten eingespart werden durch eigene Finanzierung der Badaufsicht, Übernahme von Kassendienst und Verwaltung sowie das Absenken der Wassertemperatur. Außerdem reicht die Bandbreite der Attraktivitätssteigerung von Beachpartys, Spielenachmittage und Schwimm- sowie Aquakurse bis zum Sonntagsbrunch.

Unbedingt gegengerechnet werden müssten die erforderlichen Renaturierungskosten. Die schätzt der Förderverein auf 1,5 Millionen Euro. Zu bezahlen von der Stadt, die auch die Zuschüsse überweist.

(RP/rl)