Wermelskirchen: Fleischabfälle im Wald entsorgt

Wermelskirchen: Fleischabfälle im Wald entsorgt

Der Vorsitzende des VVV Dhünn, Frank Jäger, ärgert sich über das Verhalten mancher Bürger. Er fordert mehr "soziale Kontrolle" wie auch Engagement. Stadtverwaltung soll jetzt sagen, was sie in Dhünn noch leisten kann – und will.

Es stinkt. Fürchterlich. Verwesendes Fleisch macht den Aufenthalt auf dem Wanderparkplatz an der Landstraße 101 zwischen Habenichts und Sonne unerträglich. Frank Jäger steht am Abhang, sieht die Fleisch- und Knochenreste zwischen Grünschnitt und Bauschutt. "So ist das ständig. Hier ist kaum sauber gemacht, da werfen schon wieder irgendwelche Müllfrevler ihren neuen Dreck hin."

Jäger kommt gerade vom Wanderparkplatz Neumühle am Einlauf der Kleinen Dhünn-Talsperre. Rund fünf Kubikmeter wild abgeladener Müll, teils in Säcken verpackt, hat er dort auf seinen Kontrollfahrten entdeckt. "Doch glücklicherweise war das schon der Stadt gemeldet worden", so Jäger. Denn als er Stunden später nochmals den viel frequentierten Platz anfährt, ist der Dreck weg.

Der Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereins (VVV) Dhünn zieht im Nachgang zur Aktion "Saubere Stadt" seine persönliche Bilanz. "Die Dhünner Jägerschaft, Mitglieder des VVV und vereinzelte Bürger haben binnen kurzer Zeit einen Container gefüllt. Hätten wir mehr Helfer gehabt – wäre sicher auch ein zweiter gefüllt worden."Die beiden Wanderparkplätze liegen im Bereich des VVV – beide konnten nicht gesäubert werden, weil nicht genügend Helfer mit anpackten.

Bäume entfernen

Für den Wanderparkplatz an der L101 wünscht sich Jäger mehr "soziale Kontrolle": Versteckt hinter Bäumen, könne dort jeder seinen Dreck unbeobachtet entsorgen. "Die Bäume müssten weg. Dann wäre der Platz einsichtig. Und es würde sicher weniger Müll abgeladen."

Da zunehmend Bürger auch öffentliche Papierkörbe zur privaten Abfallentsorgung nutzen, hat der VVV Dhünn reagiert und alle Mülleimer an Bänken in und um Dhünn beseitigt. "Vor Jahren hat das ja noch die Stadt geleert. Nun macht sie das nicht mehr. Wir können diese Aufgabe nicht leisten." Er hat für die Jahreshauptversammlung auch den Leiter des Tiefbauamtes eingeladen. Von ihm will er wissen, was die Stadt künftig noch in Dhünn an Pflegemaßnahmen erfüllt. "Dann haben wir eine klare Aussage und können dann, wo nichts mehr getan wird, Bürger aktivieren." In Sonne jedenfalls wird der VVV ab sofort die Pflege des Kreuzungsrandbereichs übernehmen.

Informationsdefizit

Viele Bürger, so Jägers Eindruck aus einer Nachbesprechung mit den Aktions-Helfern, wüssten eigentlich nicht, wo sie etwas entsorgen könnten. So habe Burscheid einen Wertstoff-Hof in Hilgen, wo ausschließlich Burscheider vieles kostenfrei abliefern könnten.

Brigitte Eck von der Abfallberatung der Stadt Wermelskirchen widerspricht vehement. "Wir haben mit der Kompostieranlage der Firma Reterra an der Albert-Einstein-Straße letztlich auch einen Wertstoff-Hof." Dort könnte bestimmter Abfall gebührenfrei, anderer kostenpflichtig entsorgt werden. "Und wer sich informieren will, soll uns entweder in der Abfallberatung anrufen (Tel. 710604). Auf der städtischen Homepage unter Abfallentsorgung (Info und Onlineanträge) kann alles nachgelesen oder runtergeladen werden."

www.wermelskirchen.de

(RP)