FDP Wermelskirchen hätte Beschluss fast verhindert.

Handlungskonzept: Handlungskonzept gerät auf Zielgerade fast ins Stolpern

„Historisch“: Die Fachausschüsse von Burscheid und Wermelskirchen bringen gemeinsam das Handlungskonzept (IIEHK) auf den Weg.

Ausgerechnet mit dem Auslöser auf Wermelskirchener Seite wäre der gemeinsame Beschluss des Wermelskirchener Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr (StuV) sowie des Burscheider Stadtentwicklungsausschusses zum Interkommunalen, integrierten Entwicklungs- und Handlungskonzept (IIEHK) auf der Zielgeraden beinahe ins Stolpern geraten. Dabei waren die Wermelskirchener eigens für diese „historische Weichenstellung“, wie Burscheids Bürgermeister Stefan Caplan die Entscheidung nannte, ins „Haus der Kunst“ in der Nachbarstadt zur ersten gemeinsamen Sitzung der beiden Ausschüsse angereist. Nach einer 30-minütigen Diskussion vor allem unter den Wermelskirchener Politikern klappte es dann doch: Beide Gremien beschlossen einstimmig – teils bei einer Enthaltung von Stephan Theil (FDP Wermelskirchen) – das IIEHK, die Zusammenarbeit der beiden Kommunen und die Anmeldung von Projekten zur „Regionale 2025“.

Den Mitgliedern des Burscheider Stadtentwicklungsausschusses blieb fast „die Spucke weg“, nach mehrmaligem Durchatmen hieß es aus ihren Reihen: „Wir wollen heute auf jeden Fall diesen Beschluss, damit wir voran kommen.“ Vorausgegangen war ein Antrag von Wermelskirchens FDP-Vertreter Theil, mit dem er „Beratungsbedarf seiner Fraktion“ anmeldete und einen Aufschub des Beschlusses auf die Sitzungen der Stadträte erwirken wollte. Letztlich ist es gute Tradition und ein „Akt der Höflichkeit“ (Friedel Burghoff, Büfo Wermelskirchen) solch einem Anliegen zu folgen – auf der gemeinsamen Sitzung in der Nachbarstadt lief das politische „Spiel“ jedoch nicht so, denn neben den ge- und entschlossen wirkenden Burscheider Ausschussmitgliedern drängten auch Wermelskirchener auf die Beschlussfassung. Friedel Burghoff, Martin Bosbach (CDU) und Jochen Bilstein (SPD) stellten fest, dass das Konzept reif zur Beschlussfassung sei. Bosbach meinte: „Wir sind doch nicht für nichts und wieder nichts hierher gekommen. Ich suche nicht hinter jedem Baum einen Indianer.“ Wermelskirchens StuV-Vorsitzender Bernhard Schulte (SPD) sagte: „Es war genug Zeit zur Prüfung und zur Information da. Beschließen wir heute nicht, können wir das Konzept für unsere Innenstadt vergessen.“ Und Jochen Bilstein kommentierte den FDP-Antrag zum Aufschub des Beschlusses als „beschämend“: „Ich hatte mir erhofft, dass von Wermelskirchener Seite mehr Konstruktivität und Zukunftsorientiertheit an den Tag gelegt werden würde.“

Hans-Joachim Hamerla vom von den beiden Kommunen beauftragten Düsseldorfer Architektur-, Stadtplanungs- und Stadtentwicklungsbüro Hamerla, Gruß-Rinck, Wegmann und Partner erläuterte, was die Ausschüsse auf den Weg bringen: „Es geht um das inhaltliche Dach des IIEHK, aus dem die beiden Konzepte für die einzelnen Städte resultieren und in das sie sich einfügen müssen.“ Das Förderprogramm setze grundsätzlich eine interkommunale Zusammenarbeit voraus, nur dadurch gäbe es Zugang zu den Finanzmitteln: „Heute wird kein Beschluss über Einzelmaßnahmen gefällt.“

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Das Gebiet der ehemaligen Ziegelei in Hilgen sei dabei sehr wohl ein Dreh- und Angelpunkt, denn seit November 2016 würde am IIEHK gearbeitet, Grundlage wären Konzepte aus Burscheid gewesen, und Überlegungen zum Stadtteil Hilgen hätten zur Kooperation der Kommunen geführt: „Beim Areal der Ziegelei Hilgen kann eine Kommune alleine nichts machen – ein privater Investor auch nicht, denn dafür ist es zu teuer.“ Argumentationsgrundlage für das gesamte IIEHK bilde die „Perlenkette entlang der Balkantrasse“. Aus dem IIEHK würden sich die Projekte ergeben, die zur „Regionale 2025“ eingereicht würden.

Schließlich zog Stephan Theil den Antrag zurück und machte den Weg frei. Die letztliche Beschlussfassung in den Stadträten (in Wermelskirchen am 10. Dezember) sollte jetzt lediglich reine Formsache sein. „Das ist für Wermelskirchen eine Riesenchance“, unterstrich Bürgermeister Rainer Bleek.

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