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Familienvater überfordert – Geldstrafe wegen Drogenmissbrauch

Amtsgericht Wermelskirchen : Drogenmissbrauch – Vater (39) landet vorm Amtsgericht

Ein 39-jähriger Wermelskirchener musste sich wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln verantworten. Konkret war er im Juni 2019 zwischen Habenichts und Dreibäumen auf der L101 in eine Polizeikontrolle geraten. Die Beamten hatten bei dem Mann sieben Gramm Amphetamine in vier Druckverschlusstüten gefunden.

Überforderung kann zu nicht mehr nachvollziehbaren Kurzschlusshandlungen führen. Dass diese vor dem Amtsrichter landen, ist die richtige Konsequenz des Rechtsstaats. Diese Erfahrung musste ein 39-jähriger Wermelskirchener machen, der sich wegen des Besitzes von Betäubungsmitteln verantworten musste. Konkret war er im Juni 2019 zwischen Habenichts und Dreibäumen auf der L101 in eine Polizeikontrolle geraten. Die Beamten hatten bei dem Mann sieben Gramm Amphetamine in vier Druckverschlusstüten gefunden. Zwei der Tüten waren mit Pulver gefüllt, die anderen mit Kristallen. Auf die Frage des Richters, ob er sich äußern wolle, sagte der 39-Jährige nur: „Was soll ich dazu sagen – es ist ja Fakt!“

Trotz des Geständnisses wollte der Amtsrichter Hintergründe erfahren. „Was wollten Sie denn mit dem Zeug machen?“ Der Angeklagte erklärte, dass er zu jener Zeit unter enormen Stress gestanden habe und sich mit den Amphetaminen habe aufputschen wollen. „Mir wurden die Aufgaben zu viel. Ich habe Doppelschichten arbeiten müssen, meine Frau war hochschwanger, und ich musste auch noch das Kinderzimmer und das Kinderbett herrichten. Da wollte ich mich irgendwie pushen“, sagte der 39-Jährige kleinlaut, bestritt aber, sich an den Drogen bereichert haben zu wollen. Das ergänzte er, als der Richter meinte, dass sieben Gramm keine ganz geringe Menge gewesen seien. „Zwei der Tütchen waren für mich, die anderen beiden sollte ich für jemanden mitbringen. Aber ich wollte damit kein Geld verdienen“, sagte der Mann. Wann er zuletzt konsumiert habe, wollte der Richter wissen. „Richtig aufgehört habe ich vor einem Monat, seitdem habe ich nichts mehr genommen“, sagte er.

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Die Staatsanwältin forderte eine Strafe im unteren Bereich. Sie bewertete positiv für den Angeklagten, dass er keine Vorstrafen habe, sich geständig gezeigt habe und aus „im Verhältnis nachvollziehbaren Gründen“ gehandelt habe. Dennoch habe er Drogen für einen Dritten bei sich gehabt und billigend in Kauf genommen, dass dieser Zugang zu Drogen bekomme. „Daher halte ich eine Geldstrafe von 60 Tagessätzen zu je 45 Euro für angemessen.“ Der Richter erhöhte den Tagessatz auf je 50 Euro.