Wermelskirchen: Falschparker blockieren Gehwege

Wermelskirchen: Falschparker blockieren Gehwege

In der Innenstadt stellen Fahrer ihre Autos am Straßenrand ab. Aus personellen Gründen kann nicht flächendeckend kontrolliert und das Falschparken geahndet werden. Mit dem Parkraumkonzept gibt es neue Kurzzeitparkplätze.

Wildes Parken bleibt ein Dauerbrenner: Besonders an Wochenenden und bei schönem Wetter wird in der Innenstadt stellenweise nach Belieben geparkt. Besonders dort, wo die Autofahrer etwas zu erledigen haben - frische Brötchen oder den Sonntagskuchen kaufen oder mal eben in der Bankfiliale Geld ziehen - wird bevorzugt vor der Eingangstür geparkt. Die Telegrafenstraße ist ein Paradebeispiel für wildes Parken. Weil ein Bordstein fehlt, wird so mancher dazu verführt, auf dem Gehwegbereich zu parken.

Szenenwechsel: ein ganz normaler Mittwochmorgen in der Stadt. In der Telegrafenstraße wird beidseitig geparkt, der Behindertenparkplatz und der Parkplatz für Elektroautos sind widerrechtlich blockiert: Vor der Commerzbank wird komplett auf dem Bürgersteig geparkt. In der Carl-Leverkus-Straße müssen Fußgänger auf die Fahrbahn ausweichen, da große Geländewagen auf dem Gehweg stehen. Auch in der Kölner Straße hat sich ein Transporter auf dem Gehweg breitgemacht, und auch ein BMW-Fahrer parkt dort. Wer eine Parklücke sucht, ärgert sich, wenn jemand seinen Kleinwagen so großzügig abgestellt hat, dass auf dem benachbarten Stellplatz nur noch ein Motorrad geparkt werden könnte.

Und dieser Wagen blockierte den Bürgersteig auf der Kölner Straße. Foto: Walter Schubert

Offenbar fühlen sich die Falschparker sicher und unbeobachtet. Ein Nachahmer-Effekt tritt ein - nach dem Motto "wenn es doch alle so machen, darf ich es auch". Selbst wenn es ganz in der Nähe freie Parkplätze gibt, die zwar teilweise gebührenpflichtig sind wie der Parkplatz am Stadtkarree, stellt eine Reihe von Fahrern ihr Auto oder auch Transporter am Straßenrand ab, nehmen Fußgänger beim Überqueren der Fahrbahn die Sicht, oder gefährden beim Ein- und Ausparken Passanten, Radfahrer oder Eltern mit Kinderwagen.

  • Wermelskirchen : Politik entscheidet über Parkraumkonzept

Freifahrtschein für Falschparker in der Wermelskirchens Innenstadt? Ordnungsamtsleiter Arne Feldmann betont: "Wir kontrollieren so intensiv, wie wir es können." Drei städtische Kontrolleure in Teilzeit sind in der Stadt unterwegs und schreiben Knöllchen, wenn sie Falschparker erwischen. Und mit Beginn der warmen Jahreszeit - von Ostern bis Oktober - seien sie auch am Wochenende im Einsatz, betont Feldmann.

Foto: Solveig Pudelski

Zu drastischeren Mitteln wird selten gegriffen - aus gutem Grund: Der Abschleppwagen wird nur bestellt, wenn Rettungswege und Feuerwehrausfahrten zugestellt werden - wie es meist zur großen Kirmes hier und da vorkommt. "Die Gerichte prüfen genau und lassen das Abschleppen nur unter sehr wenigen Voraussetzungen gelten", betont Feldmann. Und wenn private Einfahrten zugeparkt werden, müsse der Eigentümer das Abschleppfahrzeug bestellen und versuchen, auf zivilrechtlichem Wege die Kosten vom Verursacher wieder einzutreiben.

Foto: Moll Jürgen

Ob mit Inkrafttreten des Parkraumkonzeptes mehr Kontrolleure eingestellt werden, sei eine politische Entscheidung, sagt Feldmann auf Nachfrage unserer Redaktion. Mehr Politessen einzustellen, bedeutet, mehr Personalkosten schultern zu müssen. Der potenzielle Kontrollumfang wird mit dem neuen Parkraumkonzept wachsen. Denn es sollen in der Innenstadt mehr Kurzzeitparkplätze ausgewiesen werden, als es bisher gibt. Sie sollen mehr Umschlag auf den begehrten innenstadtnahen Parkplätzen gewährleisten. Das setzt engmaschigere Kontrollen voraus.

(RP)