Gemeindeleben in Wermelskirchen Neue Presbyterien treten ihren Dienst an

Wermelskirchen · Die evangelischen Kirchengemeinden haben neue Leitungsgremien gewählt – bis auf die Kirchengemeinde Wermelskirchen. In den Presbyterien finden sich auch viele neue Presbyter. Die offizielle Einführung steht in den nächsten Wochen an.

 Das neue Presbyterium in Dabringhausen wird am 10. März in einem Gottesdienst offiziell eingeführt.

Das neue Presbyterium in Dabringhausen wird am 10. März in einem Gottesdienst offiziell eingeführt.

Foto: Theresa Demski

Sie diskutieren, entscheiden und gestalten: die Presbyterien in evangelischen Kirchengemeinden. Alle vier Jahre werden die Leitungsgremien auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche im Rheinland neu gewählt. Im Februar stand nun eine Entscheidung an – aber nur in Dabringhausen haben die evangelischen Gemeindeglieder wirklich ihre Stimme abgegeben. Was dahinter steckt.

Welche Aufgaben haben Presbyterien ?

Wer in das Wörterbuch der Evangelischen Kirche im Rheinland schaut, der erfährt: „Das Presbyterium leitet die Kirchengemeinde“. Dort wird entschieden, in welche Richtung sich die Gemeinde entwickelt wird – es gibt regelmäßige Sitzungen und Beschlüsse. Das Presbyterium entscheidet über den Haushalt der Gemeinde, die Gebäude, über Personalfragen und Veranstaltungen. In vielen größeren Gemeinden werden Ausschüsse gegründet, in denen die Themen zuvor beraten werden. Denen können auch Menschen angehören, die nicht im Presbyterium sitzen. Das Leitungsgremium besteht aus gewählten Presbytern und aus den Pfarrern der Gemeinde.

Wie werden Presbyter gewählt?

In der Evangelischen Kirche im Rheinland finden alle vier Jahre Presbyteriumswahlen statt. Dann sind die Gemeinden aufgerufen, Kandidaten aufzustellen. Gibt es genug Kandidaten für eine Wahl, sind die evangelischen Gemeindeglieder aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Gibt es nicht genug Bewerber, gelten die Kandidaten als gewählt. In diesem Jahr war zum ersten Mal auch eine Online-Wahl möglich.

Wie lief die Wahl in diesem Jahr ab?

Im ganzen Gebiet der Rheinischen Landeskirche waren im Februar mehr als 420.000 Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Stimme abzugeben. Die Wahlbeteiligung lag bei 10,7 Prozent – 1,2 Prozent mehr als vor vier Jahren. 45.000 Männer und Frauen gaben ihre Stimme ab. In rund 80 Prozent der Gemeinden gab es aber nicht genug Bewerber für eine Wahl – die Bewerber gelten dort als gewählt.

In welchen Wermelskirchener Gemeinden wurde gewählt?

Nur in Dabringhausen haben evangelische Gemeindeglieder ihre Stimme abgegeben: Dort gab es zehn Kandidaten für acht Plätze. In Dhünn und Hilgen-Neuenhaus gelten die Bewerber als gewählt, weil sich nicht mehr Kandidaten als Plätze im Presbyterium zur Wahl stellten. In der Kirchengemeinde Wermelskirchen gibt es aktuell kein Presbyterium.

Wie liefen die Wahlen in Dabringhausen ab?

Mehr als 300 evangelische Christen gaben in Dabringhausen ihre Stimme ab – viele von ihnen online. „Die Wahlbeteiligung lag bei 18,6 Prozent“, erzählt Pfarrer Albrecht Keller. Die Gemeinde hatte sich 20 Prozent Wahlbeteiligung gewünscht. „Zumindest sind wir nah dran“, sagt Keller. Viele der Gemeindeglieder hätten per Post gewählt. Es habe auch viele Menschen gegeben, die ihr Kreuz am Wahltag persönlich im Gemeindehaus gemacht hätten.

Wer sitzt in Dabringhausen künftig im Presbyterium?

Folgende Presbyter wurden für das Leitungsgremium in Dabringhausen gewählt: Ricarda Clevenbergh, Nicole Colapinto, Yvonne Fromme, Udo Haldenwang, Stefan Scheerer, Daniel Steiner, Peter vom Stein und Arno Wengler. Dazu kommen die Mitarbeiterpresbyter Albrecht Keller, Almut Wendt und Ulrike Würth. Die Einführung des Presbyteriums findet im Abendgottesdienst am Sonntag, 10. März, ab 18 Uhr statt.

Wer vertritt die Gemeinde künftig im Dhünner Presbyterium?

Hier gelten die Bewerber als gewählt: Kathrin Gramstat, Miriam Distel, Nicole Glaser, Uwe Vogel, Erhard Distel und Marc Gross. Als Mitarbeitervertreter gehören Heike Uhlemann und Albrecht Keller zum Leitungsgremium. „Damit sind wir nach vielen Jahren endlich wieder voll besetzt“, erklärt Keller. Die Einführung findet im Gottesdienst am Sonntag, 17. März, ab 9.30 Uhr statt.

Wie sieht die Situation in Hilgen-Neuenhaus aus?

Ein Platz im Presbyterium ist noch frei. Für die anderen Plätze haben sich Kandidaten gefunden, die als gewählt gelten. In der kleinen evangelischen Gemeinde findet ein großer personeller Wechsel statt.

Künftig arbeiten folgende Ehrenamtliche im Presbyterium: Petra Sondermann, Inge Frede, Uwe Apmann, Susanne Berchner, Victoria Henkel und Hans-Werner Haas. Dazu kommen Pfarrer Traugott Schuller, Christina Zimmermann als Mitarbeitenden-Presbyterin und Christoph Damm als beratendes Mitglied. Der Festgottesdienst zur Einführung ist für Sonntag, 10. März, ab 10.30 Uhr geplant.

Warum hat die evangelische Kirchengemeinde Wermelskirchen kein neues Presbyterium?

Zwölf von 15 Presbytern der Kirchengemeinde Wermelskirchen sind im November 2023 zurückgetreten – nachdem es Streit im Gremium gegeben hatte (Kostenpflichtiger Inhalt wir berichteten). Daraufhin hatte ein Bevollmächtigtenausschuss (BVA) mit Vertretern des Kirchenkreises und der Gemeinde die Leitung übernommen. Die Presbyteriumswahlen wurden ausgesetzt. Es sei Aufgabe des Ausschusses auch auf eine Wahl hinzuarbeiten, hatte Pfarrerin Annette Cersovsky, Vorsitzende im BVA, im November erklärt.

Einen Termin für eine Wahl hat der Ausschuss bisher nicht mitgeteilt, für den 10. März, 11.15 Uhr, ist aber eine Gemeindeversammlung angesetzt.

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