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Wermelskirchen: Eulenbefreiung und andere Einsätze

Wermelskirchen : Eulenbefreiung und andere Einsätze

Bei der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr mit 200 Teilnehmern berichtet Torsten Raspe von 551 Einsätzen. Darunter waren auch drei Großbrände. Er thematisierte auch den respektlosen Umgang mit seinen Kollegen.

Mit 200 Teilnehmern war die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr auch in diesem Jahr die meistbesuchte Veranstaltung dieser Art in der Stadt. Mit dabei war auch Bürgermeister Rainer Bleek, der bei seiner Begrüßungsrede direkt ein großes Lob an die Ehrenamtler aussprach. "Die Tätigkeit der Freiwilligen Feuerwehr ist das wichtigste Ehrenamt, das wir haben." Es sei ihm bewusst, dass die Frustrationstoleranz der Wehrleute in der Vergangenheit auf die Probe gestellt worden sei. "Wir sind aber auf dem richtigen Weg", gab sich der Bürgermeister zuversichtlich. "Die Stadt ist gerade dabei, das Thema Brandschutz systematisch anzugehen. Zudem haben wir ein neues Feuerwehrgebäude in Dabringhausen gefunden", sagte Bleek. Zukünftig möchte er auch eine Lösung finden, um die Akzeptanz der Arbeitgeber gegenüber dem Ehrenamt zu steigern. Denn viele können sich nur dann engagieren, wenn der Arbeitgeber sie dafür freistellt.

Anerkennende Worte gab es auch vom Sozialdezernenten Jürgen Graef. "Das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrleute ist für die Stadt unverzichtbar. Dafür setzen sie täglich ihr Leben, ihre Freizeit und ihre Gesundheit für das Gemeinwohl ein." Die Förderung und Gewährleistung von Brandschutz sei für ihn eine Herzensangelegenheit.

Höhepunkt des Abends war der Jahresrückblick von Torsten Raspe. Mit seiner unverkennbar lockeren Art führte er durch die wichtigsten und kuriosesten Ereignisse des Jahres. 2016 verzeichnete die Feuerwehr 551 Einsätze, darunter befanden sich auch einige außergewöhnliche Fälle wie die Befreiung einer Eule aus einem Kaminrohr und der Unfall eines Löschfahrzeugs, dessen Fußbremse auf dem Weg zu einem Routineeinsatz versagte.

Insgesamt 38 mal mussten die Wehrleute ausrücken, um Brände zu bekämpfen. Bei drei davon handelte es sich um Großbrände. Der schlimmste Fall ereignete sich im März 2016 in einem Haus in Lüdorf. Es bestand zu der Zeit höchste Gefahr. "Die Flammen waren aus einer großen Entfernung zu sehen, und als wir ankamen, sahen wir einen Mann am Fenster", erinnerte sich Raspe. Die Rettung gestaltete sich schwieriger als gedacht, dennoch gelang es den Kräften, das Leben des 67-jährigen Mannes zu retten. Die Erinnerungen an die schwierigsten Einsätze bescherte den Ehrenamtlern Gänsehautmomente. "Menschen retten - das ist das, wofür wir stehen", betonte Torsten Raspe. Er berichtete dennoch auch über unschöne Erlebnisse. "Es kommt leider immer öfter vor, dass wir während unserer Arbeit beleidigt und beschimpft werden. So respektlos geht man mittlerweile mit uns um." Das hätten die Feuerwehrleute nicht verdient.

Sehr positiv fiel dagegen die Bilanz bezüglich der Nachwuchskräfte aus: "Mit mehr als 40 Mitgliedern haben wir eine zahlenmäßig starke Jugendfeuerwehr", freute sich Helga Loepp, Vorsitzende des Fördervereins.

(RP)