Wermelskirchen: Erste Wahlprognose: Wolfgang Bosbach siegt souverän im Kreis

Wermelskirchen : Erste Wahlprognose: Wolfgang Bosbach siegt souverän im Kreis

Zwei Wochen vor der Bundestagswahl gewinnt Wolfgang Bosbach (CDU) seinen Wahlkreis 100 souverän. So sieht es der Wahlinformationsdienst Election.de in einer aktuellen Erststimmenprognose für unsere Zeitung.

Der Christdemokrat würde danach 54 Prozent der Wählerstimmen bekommen — sein Gegenkandidat Michael Zalfen (SPD) käme nur auf 28 Prozent. Peter Ludemann (Grüne) würden nach dieser Prognose nur vier Prozent der Bürger im Wahlkreis 100 ihre Stimme geben, der Linke Grischa Bischoff käme auf vier Prozent, der Grüne Maik Außendorf auf acht Prozent. Damit würde Wolfgang Bosbach zum sechsten Mal in Folge direkt in den Bundestag einziehen.

Wie der Profi mit Wahlprognosen umgeht, erklärte er gestern im BM-Gespräch: "Das ist nur eine Momentaufnahme", meinte er am Telefon. "Man freut sich über die tolle Prognose, aber das ist kein Grund zur Überheblichkeit. Ich will keine Umfrage gewinnen, sondern die Wahl." 2009 erreichte Bosbach 50,0 Prozent. "Die Latte liegt sehr hoch", meinte der Christdemokrat gestern. "Ich will das Ergebnis auf jeden Fall wieder erreichen."

Der CDU-Kreisvorsitzende Rainer Deppe sagte im BM-Gespräch zu den Zahlen: "Das sind doch alles Prognosen. Ausgezählt wird erst am 22. September um 18 Uhr. Bis dahin kann sich noch viel ändern — und noch viel passieren." 54 Prozent bei der Wahlprognose sei sicher wunderbar und überraschend. "Aber wir machen Wahlkampf bis zur letzten Stunde", kündigte er an — immer mit Blick auf die "30 Prozent der Wahlberechtigten, die noch unentschieden sind". Er freue sich, sagte Deppe, "dass die CDU so gut angesehen ist. Aber auf eine Prognose dürfen wir uns nicht verlassen — gewählt wird in zwei Wochen."

"Das ist einfach zu wenig", meinte gestern der SPD-Kandidat Michael Zalfen am Telefon. "Wir haben uns bei den Erststimmen zwar um drei Prozentpunkte verbessert, aber das ist ja immer noch zu wenig." Er habe eher damit gerechnet, dass die Zahlen bei der CDU rückläufig seien. "Ich bin schier erschrocken. Ich kann das nicht verstehen", sagte der Sozialdemokrat. Der Bergisch Gladbacher zog gestern darauf den Schluss: "Das bedeutet noch viel Arbeit in den kommenden zwei Wochen. Also viele Hausbesuche."

Als erfahrener Wahlkämpfer und Politiker gibt sich da schon Gerhard Zorn, der Unterbezirksvorsitzende der SPD. Sein Kommentar zum Prognosesieg von Bosbach: "Der Wahlkreis hat immer schon die Tendenz zur CDU gehabt." Er freue sich über die 28 Prozent für den SPD-Kandidaten, "aber wir müssen noch ein Stück wachsen." Zalfen kandidiere zum ersten Mal. "Im Südkreis ist es einfacher. Er ist stellvertretender Bürgermeister in Bergisch Gladbach und dort bekannt. Im Nordkreis aber müssen wir noch arbeiten." Wichtig sei ihm, sagte Zorn, weniger die Prognose, sondern die Aufforderung an Erstwähler, überhaupt ihre Stimme abzugeben. "Nur so können sie mitgestalten."

(RP)
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