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Wermelskirchen: Erste Umbauideen für den "Löwen"

Wermelskirchen : Erste Umbauideen für den "Löwen"

Ein Fachmann der "Dehoga" hat im Gespräch mit Pächter und Stadt Zukunftspläne für die Schlüssel-Immobilie Markt 10 vorgelegt. Jetzt warten alle auf das Gutachten, das der Verband für den Denkmal-Komplex schreibt.

Wer mit Astrid Spors über die städtischen Umbaupläne des Restaurants "Bergischer Löwe" spricht, merkt sofort, dass ihr dies längst keinen Spaß mehr bereitet. Die Pächterin dieser städtischen Top-Immobilie scheint resigniert zu haben. Denn seit sechs Jahren geht's nicht so richtig weiter. Zwischendurch wurde nur über Anwälte gesprochen. Jetzt scheint ein erster Schritt indes gemacht worden zu sein. Fachleute der "Dehoga", des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes, haben erste Umbauskizzen vorgelegt. Doch schon stehen sie vor dem nächsten Hindernis: Was darf eigentlich in dieser Immobilie, die unter Denkmalschutz steht, abgerissen werden? Das beauftragte Gutachten wird Ende des Monats erwartet. Dann erst kommt es zum Abstimmungsgespräch.

"Uns wurden die Entwürfe vorgestellt", berichtet Spors auf Anfrage. Aber nun sei unklar, was überhaupt gemacht werden dürfe. "Niemand hat so richtig erklärt, was historisch und erhaltenswert ist."

Aus fachlicher Sicht läuft alles seinen Gang. "Es sind in den Gesprächen handschriftlichen Skizzen vorgestellt und erörtert worden", sagt Achim von Foller vom Gebäudemanagement der Stadtverwaltung. Die städtische Sachbearbeiterin für den Denkmalschutz sei dabei gewesen. "Wir warten jetzt das Gutachten der Dehoga ab. Dann wissen wir, was geändert werden soll oder muss. Und erst dann kann über den Denkmalschutz geredet werden", erklärt von Foller.

274 000 Euro hat der Haushaltsausschuss der Stadt für den Umbau freigegeben. Der Auftrag der Politiker war deutlich: Die neuen Pläne sollen "nutzerneutral" entwickelt werden. "Und wenn die Pläne dann im Dezember bei einem Abstimmungsgespräch erörtert werden, wissen wir auch, was geändert werden kann. Und ob wir im Kostenrahmen bleiben", meint von Foller.

Die vergangenen zwei Jahre hatte die Stadtverwaltung über Umbauplänen gesessen und war nicht so recht vorangekommen. Dann vergab der Finanzausschuss den Auftrag extern. Dass nun Fachleute sich Gedanken machen, bestätigt Astrid Spors. Als "chic und effizient" bezeichnet sie die vorgelegten Skizzen.

Dass ein Umbau wie auch eine Sanierung erforderlich ist, darüber wird nicht gestritten. Mangelnder Brandschutz, kein Platz für eine Standard-Gastroküche - all dies sind Gründe, dass etwas geschehen muss. Wobei sicher nicht der Charme dieses Restaurants mit seinen Nischen im bergischen Fachwerk verloren gehen darf.

Formal ist dem Pächterehepaar vor einem Jahr die Kündigung zum 31. März 2015 ausgesprochen worden. Bisher, so bestätigen Spors wie auch von Foller, hat es noch keine Gespräche über eine Fortsetzung des Vertrages gegeben. "Verhandelt werden kann erst, wenn die Pläne vorliegen. Dann wissen wir, ob die Konditionen so bleiben oder verändert werden müssen."

(RP)