Erste Programmier-AG der KGS St. Michael im Kreis

In St. Michael lernen Grundschüler das Programmieren: Schüler entzaubern die Platinen

Als eine der ersten Grundschulen im Kreis bietet die Katholische Grundschule eine Programmier-AG an.

Tim ist neun und mit flinken Fingern schließt er das bunte USB-Kabel, das bereits im Computer steckt, an seine sternförmige Platine. Ein paar Drähte, ein bisschen Metall, Lichter und ein kleiner Lautsprecher. Was für die meisten Erwachsenen zwar als Innenleben von Smartphone und Computer erkannt wird, hat sich für Jan und Klassenkamerad Mika längst als beliebtes Arbeitswerkzeug entpuppt. Als Jan auch den kleinen Akku angeschlossen hat, der die Platine mit Strom versorgt, nehmen sie sich den Bildschirm des Computers vor.

„Heute programmieren wir ein Lied“, erklärt Mica und dann machen sich die beiden Jungs an die Arbeit. Sie klicken in Windeseile hierhin und dorthin, haben offensichtlich Übung, ziehen Bausteine aus dem Internetangebot von „Open Roberta“ auf die Platine und beraten kurz. „Ich bin echt gespannt, ob das funktioniert“, sagt Mika und dann klicken die Beiden, um sich das Ergebnis anzuhören. Aus dem Lautsprecher des Computers klingt laut und deutlich die Melodie von „Happy Birthday“, danach laufen die Buchstaben „Alles Gute“ über die Leuchtanzeige der Platine. Die Jungs strahlen. „Das ist mega cool“, sagt Tim. Und dann ist Mikas Platine an der Reihe. „Komm, wir probieren mal aus, was man noch machen kann“, sagen die Jungs und durchstöbern das Menü. Sie programmieren einen anderen Text und eine andere Melodie. Die Frage, wie ihnen die neue Programmier-AG gefällt, erübrigt sich. Es ist offensichtlich. Und bevor die Beiden abtauchen in die Tiefen dieser neuen Welt, erklärt der Neunjährige noch schnell: „Bestimmt können wir das auch gebrauchen, wenn wir groß sind.“

Die vier Jungs und drei Mädchen der neuen AG an der Katholischen Grundschule lernen spielend, was für viele Erwachsene ein Buch mit sieben Siegeln bleibt. Aber dank Lehrerin Natalie Bode, die bei einer Schulung Feuer fing für das Thema, ist die Wermelskirchener Grundschule als Vorreiter im Rheinisch-Bergischen Kreis in die Programmier-Arbeit eingestiegen. „Jetzt lernen die Kinder nicht nur, mit dem Computer umzugehen und im Internet zu recherchieren“, erklärt Schulleiterin Andrea Steinz, „sie lernen auch, was dahinter steckt.“ Und das erweitere die Medienkompetenz. Vieles, was kompliziert klinge, würden die Kinder innerhalb weniger Minuten verstehen und lösen, hat AG-Leiterin Natalie Bode festgestellt. Und die schnellen Erfolge am Computer motivieren.

  • Codingschule Düsseldorf : Kinder lernen programmieren

Weil die Platinen-Pakete für die Kinder aber Geld kosten, rief die Schule zu Spenden auf. „Die Eltern reagierten sehr großzügig“, freut sich die Schulleiterin, „das Thema war ihnen wichtig.“ Und so investierte die Schule 800 Euro in das Calliope-System, das nun nach und nach den kleinen AG-Gruppen zugutekommen soll. Und weil die Spendenbereitschaft groß war, konnte die Schule auch noch zwei neue Laptops anschaffen.

Seitdem lösen sich jeden Freitagmittag viele Fragen in Luft auf. Die Kinder entdecken die Welt des Programmierens. „Das ist eine eigene Sprache, die viele Menschen gar nicht verstehen“, befand Schulrat Christoph Lützenkirchen bei der Vorstellung der AG, zu der auch Beigeordneter Stefan Görnert und Katrin Sachs vom Mint-Netzwerk des Kreises kamen, „schön, dass Kinder hier einen Zugang zu dieser Sprache bekommen und lernen, dass die Technik kein Hexenwerk ist.“

Mehr von RP ONLINE