Wermelskirchen: Ernüchternde Bilanz der tollen Tage

Wermelskirchen : Ernüchternde Bilanz der tollen Tage

Der 18-Jährige lag am Rosenmontag halb ausgezogen in einem Hausflur. Dorthin hatten Zeugen den stark alkoholisierten Mann geschoben und die Polizei alarmiert. Als die Beamten wie auch die Rettungskräfte in der Remscheider Straße eintrafen, um der hilflosen Person zu helfen, reagierte der Mann sofort aggressiv – er beleidigte die Helfer und wehrte sich dagegen, im Streifenwagen mitzufahren.

Der 18-Jährige lag am Rosenmontag halb ausgezogen in einem Hausflur. Dorthin hatten Zeugen den stark alkoholisierten Mann geschoben und die Polizei alarmiert. Als die Beamten wie auch die Rettungskräfte in der Remscheider Straße eintrafen, um der hilflosen Person zu helfen, reagierte der Mann sofort aggressiv — er beleidigte die Helfer und wehrte sich dagegen, im Streifenwagen mitzufahren.

Er schlug, trat und spuckte wild um sich. Mehrere Personen mussten ihm Handfesseln anlegen und auch die Füße fixieren, so dass er liegend auf einer Trage mit dem Rettungswagen zur Wache gebracht werden konnte, wo er seinen Rausch ausschlafen durfte.

Das war über die Karnevalstage nur einer von 698 Einsätzen der Polizei im Kreisgebiet. Die Bilanz fiel eher ernüchternd aus. 155 Platzverweise und 21 Festnahmen kreisweit, so die Statistik. Seit Altweiber wurden in den Kommunen 107 Strafenanzeigen rund um Körperverletzungen, Raub und Sachbeschädigungen erstattet — 37 mehr als im vorigen Jahr zur Karnevalszeit.

Das einst so ruhige Wermelskirchen ist da keine rühmliche Ausnahme mehr: 14 Strafanzeigen nahmen die Beamten in diesem Jahr auf — zehn mehr als 2011. Das reichte von Brandstiftung über Sachbeschädigung an Pkw, Widerstand gegen Polizeibeamte bis zu acht Körperverletzungen — davon eine gefährliche auf dem Rosenmontagszug, als ein 31-Jähriger einem 19-Jährigen eine Bierflasche auf den Kopf schlug.

Sorgen bereitet der Polizei, so gestern Pressesprecher Peter Raubuch, der merkbar gestiegene Alkoholmissbrauch durch Jugendliche; "Kinder mussten mehrfach bewusstlos in Krankenhäuser gebracht werden", berichtete er. Aber nicht in Wermelskirchen. Dennoch hatte der Rettungsdienst am Rosenmontag auch gut zu tun: Zu sieben Einsätzen wurden sie im Straßenkarneval gerufen — die Auswirkungen des Alkohols machte ärztliche Hilfe notwendig.

Gestiegener Alkoholkonsum

Sieben Personen leisteten kreisweit Widerstand — 2011 waren es nur drei. Die Gewaltbereitschaft habe immer im Zusammenhang mit gestiegenem Alkoholkonsum zu tun gehabt, so die Polizei. Keiner der sieben Männer sei nüchtern gewesen. Die Folge für 2013: Aufenthalts- und Betretungsverbote werden genau überprüft.

Hier geht es zur Infostrecke: Urteile: Was an Karneval erlaubt ist

(RP/rl)