Kreisverwaltung in Rhein-Berg/Wermelskirchen Wie Grünschnitt nachhaltig entsorgt wird

Rhein-Berg · Die Untere Naturschutzbehörde des Rheinisch-Bergischen Kreises sowie der Landesbetrieb Wald und Holz warnen vor der verbotenen Entsorgung von Gartenabfällen. Die Behörden verweisen auf gesetzlichen Vorgaben. Was in Wermelskirchen möglich ist.

Die Entsorgung von Grünschnitt und Gartenabfällen in der „freien Wildbahn“ ist verboten.

Die Entsorgung von Grünschnitt und Gartenabfällen in der „freien Wildbahn“ ist verboten.

Foto: Kühn

Wohin mit dem Grünschnitt, wenn die Wiese im eigenen Garten gemäht wird? Wer einen Garten besitzt, stellt sich diese Frage im Sommerhalbjahr, wenn häufiges Mähen ansteht. Die Entsorgung im Wald oder auf Wiesen und anderen Flächen, die unter Naturschutz stehen, ist dazu keine geeignete Lösung. Im Gegenteil: Falsche Entsorgung ist verboten und kann mit einem hohen Bußgeld geahndet werden. Daher weisen die Untere Naturschutzbehörde des Rheinisch-Bergischen Kreises sowie der Landesbetrieb Wald und Holz, Regionalforstamt Bergisches Land mit Sitz in Gummersbach, ausdrücklich darauf hin, dass Rasen- und Gehölzschnitt sowie andere bei der Gartenarbeit anfallende Gartenabfälle korrekt entsorgt werden müssen.

Viele Kommunen, so auch Wermelskirchen, stellen Grünschnitt-Tonnen bereit – umgangssprachlich auch als Bio-Tonnen bekannt. In diesen können neben Grünschnitt auch Küchenabfälle entsorgt werden. Gehölzschnitt wird in vielen Kommunen gesondert an bestimmten Terminen abgeholt oder kann gegen einen kleinen Beitrag am Wertstoffhof abgegeben werden. Die Entsorgungsbetriebe stellen hieraus Humus her – durch die Abgabe leisten Bürger einen nachhaltigen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft. Die Abgabe von Gartenabfällen bis zu einer Menge von drei Kubikmetern ist für Haushalte aus Wermelskirchen am Wermelskirchener Wertstoff an der Albert-Einstein-Straße 28 kostenlos.

„Natürlich können die anfallenden Garten- und Küchenabfälle auch auf dem eigenen Grundstück kompostiert werden“, betont die Kreisverwaltung: „So erhält man einen kostengünstigen und naturverträglichen Dünger für den Garten.“ Totholzhaufen oder sogenannte Benjes-Hecken, bei denen Äste streifenförmig geschichtet werden, bieten zudem Unterschlupf für Insekten oder Kleinsäuger.

Vor allem die meisten Waldböden, aber auch viele aus Naturschutzsicht wertvolle andere Standorte, wie besonders trockene, oder nasse Böden, sind von Natur aus nährstoffarm. Werden Gartenabfälle auf solchen Flächen entsorgt, entspricht das einer hoch dosierten Düngung des Bodens. Viele Pflanzen, die einen nährstoffarmen Boden benötigen, wachsen dann nicht mehr dort. Die dicken Schichten aus Gartenabfall, wie beispielsweise Grasschnitt, hemmen zudem die natürliche Zersetzungsaktivität der Bodenorganismen, da diese schlecht mit Sauerstoff versorgt werden. Es kommt zu Fäulnis und verlangsamter Zersetzung. Entgegen der häufig angebrachten Aussage, die Gartenabfälle würden einfach verrotten, ist das nicht der Fall. Sie vermindern stattdessen das Wurzelwachstum und ersticken das Bodenleben. Arten, die mit diesen veränderten Bedingungen nicht zurechtkommen, verschwinden. Die Artenvielfalt sinkt. Vor allem sogenannte invasive Arten wie Springkraut und Staudenknöterich nutzen diese veränderten Standortbedingungen und breiten sich noch rasanter aus. „Darüber hinaus besteht die Gefahr, dass durch Gartenabfälle Zierpflanzen verschleppt werden, die in der freien Natur zusätzlich einheimische Pflanzen verdrängen“, warnt die Rhein-Berg-Verwaltung.

Bußgeld Sowohl nach dem Landesforstgesetz als auch den Gesetzgebungen des Naturschutzes ist die Ablagerung von Grünschnitt in der freien Landschaft und im Wald verboten. Es handelt sich um eine Ordnungswidrigkeit, die je nach der abgelagerten Menge mit einem Bußgeld von 50 bis zu 25.000 Euro belegt werden kann. Dies gilt auch, wenn der Eigentümer des Grundstücks der Ablagerung zugestimmt hat.

(sng)