Bildung in Wermelskirchen Weiterführende Schulen – Eltern haben die Wahl

Wermelskirchen · Bei der Informationsveranstaltung der weiterführenden Schulen im Bürgerzentrum wird die Sorge der Erziehungsberechtigten spürbar, dass ihre Sprösslinge keinen Schulplatz in Wermelskirchen bekommen könnten.

 Die Informationsveranstaltung der weiterführenden Schulen im Bürgerzentrum stieß auf reges Interesse.

Die Informationsveranstaltung der weiterführenden Schulen im Bürgerzentrum stieß auf reges Interesse.

Foto: Stephan Singer

Die Eltern haben die Wahl. Diese Botschaft schrieb Marion Klein, Schulleiterin der Gemeinschaftsgrundschule Am Haiderbach, den Erziehungsberechtigten von Schülern der vierten Klassen in Wermelskirchen ins Stammbuch. Damit stellte sie klar, dass die Schulformempfehlung von der Grundschule des Kindes eine Richtschnur ist, letztlich jedoch die Eltern die Entscheidung treffen.

Aber, so fügte Marion Klein bei der Informationsveranstaltung zu weiterführenden Schulen in Wermelskirchen im Bürgerzentrum an: „Ein ‚Wir probieren es mal‘ sollte sehr, sehr gut überlegt sein.“ Damit appellierte die Schulleiterin daran, die Kinder mit der Wahl einer Schulform nicht zu überfordern, um ihnen den Misserfolg eines ungeplanten Schulwechsels zu ersparen.

Dass ein erzwungener Wechsel, der in der Regel weg vom Gymnasium erfolgt, durchaus geschehen kann, machte die Schulleiterin des Städtischen Gymnasiums, Elvira Persian, deutlich: Schüler, die die Versetzung von der sechsten in die siebte Jahrgangsstufe erreichen und damit die Erprobungsstufe der ersten beiden Schuljahr am Gymnasium erfolgreich abschließen, gelten demnach als gymnasial geeignet.

Leiterin der Erprobungsstufe am Wermelskirchener Gymnasium ist Beate Draber, die berichtete, dass die Zeiten von „G 8“ am Gymnasium vorbei seien und das Erreichen des Abiturs nach neun Schuljahren vorgesehen sei. Und das die Erprobungsstufe, sprich die fünften und sechsten Klassen, am Standort der ehemaligen Dörpfeldschule – dem sogenannten „kleinen Gymi“ – angesiedelt sei.

Für die neu gegründete Gesamtschule sprach Torsten vom Stein und stellte das Schulkonzept unter dem Motto „Gemeinsam lernen, individuell entwickeln“ heraus: „Es gibt an der Gesamtschule keine Hausaufgaben, wir nennen das Schulaufgaben.“

Dazu böte die Gesamtschule den Vorteil, dass sich die Eltern nicht für eine Schulform bzw. einen Schulabschluss entscheiden müssten, denn: „An der Gesamtschule findet jede Schulempfehlung ihr Maß durch Förderung und Forderung.“ Alle Schulformleistungsgruppen fänden an der Gesamtschule ihren Platz, denn diese Mischung gäbe es schließlich auch in den Grundschulklassen.

Spürbar wurde bei der Informationsveranstaltung die Sorge der Eltern, ob denn ein Kind, dass das Gymnasium verlassen müsse, dann einen Platz an der Gesamtschule bekommt, um weiterhin in Wermelskirchen beschult werden zu können. Auf Nachfrage antwortete Torsten vom Stein: „Wenn wir keinen Schulplatz haben, können wir das Kind dann leider nicht aufnehmen.“

Generell greife das Schulgesetz, wenn mehr Anmeldungen als Plätze vorhanden seien: „So gibt es Regelungen für Geschwisterkinder oder Härtefälle.“ Torsten vom Stein musste zugeben: „Wenn wir von der Gesamtschule Absagen erteilen müssen, müssen noch Lösungen dafür gefunden werden.“

Für das Gymnasium bemerkte Elvira Persian: „Niemand muss sich sorgen, am Gymnasium keinen Schulplatz zu bekommen.“

Auch wenn sie eine spezialisiertere Rolle einnehmen, waren auch das Berufskolleg und die Verbundschule-Nord bei der Informationsveranstaltung vertreten.

Sowohl das Gymnasium als auch Die Gesamtschule bietet Tage der offenen Tür, um sich den Eltern und ihren Sprösslingen zu präsentieren: die Gesamtschule am Freitag, 24. November, das Gymnasium am Freitag, 1. Dezember.