Wermelskirchen Einstimmig für Sekundarschule

Wermelskirchen · Der Stadtrat stellte gestern einstimmig die Weichen für die grundlegende Veränderung der Schullandschaft in Wermelskirchen. Auch die CDU stimmte nach vorheriger Ablehnung nun doch für das pädagogische Konzept.

 Die Dörpfeldschule wird als zweiter Standort für die neue Sekundarschule benötigt. Das Gymnasium benötigt diese Dependance in Kürze nicht mehr.

Die Dörpfeldschule wird als zweiter Standort für die neue Sekundarschule benötigt. Das Gymnasium benötigt diese Dependance in Kürze nicht mehr.

Foto: hans Dörner

Das pädagogische Konzept für die neue Sekundarschule steht! Einstimmig entschied sich der Stadtrat gestern Abend für das von einem Fachgremium aus Schulleitern, Verwaltungsspitze, Kreischulamtsdirektor und Achim Körbitz von der Universität Bielefeld erarbeitete Konzept. Die CDU hatte zuvor im Schulausschuss und Hauptausschuss gegen das Konzept gestimmt. Gestern Abend stimmte auch diese Fraktion zu. "Konstruktive Gespräche", die bereits im Hauptausschuss zwischen Bürgermeister Eric Weik und dem CDU-Fraktionsvorsitzenden Volker Schmitz angekündigt worden waren, hatten gefruchtet: Von Kompromissbereitschaft sprach denn auch Schmitz gestern vor dem Stadtrat.

Allerdings legte er für die CDU fünf Ergänzungspunkte zum Sekundarschulkonzept vor, denen die übrigen Fraktionen folgen konnten. So regt die CDU an, in der Sekundarschule fortlaufende Lehrerqualifikationen mit drei bis fünf Wochenstunden stattfinden zu lassen. Sie möchte außerdem die Wahlbereiche um Theater und Sprachförderung erweitern und Unterstützungsangebote mit Nachmittagsqualifikationen verbinden. Fachbezogenen Unterricht in Naturwissenschaften und Gesellschaftslehre möchte die CDU ebenso festgeschrieben wissen, wie Förder- und Forderangebote in der Sekundarschule.

Die einmütigen Redebeiträge der Sprecher aller Fraktionen wurden im Publikum auch von einer Gruppe von Lehrern mitverfolgt. An Lehrer und Eltern richteten auch die meisten Redner der Fraktionen ihre Appelle, sich auf die Neugestaltung der Schullandschaft einzulassen und die Chance zu nutzen, daran mit zu wirken. Jutta Paulig (Bündnis 90/Die Grünen) zitierte ein Philosophenwort: "ich weiß nicht, ob es besser wird, wenn es anders wird. Aber es muss anders werden, wenn es besser werden soll." Ängste vor Veränderung seien bei allen Betroffenen berechtigt, nötig und hilfreich. Sie könnten und sollten aber auch motivieren, die Zukunft unserer Kinder mitzugestalten, forderte Paulig auf.

Zwei Schulstandorte

In der vergangenen Woche hatte das Fachgremium Sekundarschule übrigens drei Sekundarschulen besucht, um sich über auf Wermelskirchen übertragbare Umbaumöglichkeiten zu informieren. Ein weiterer Besichtigungstermin wird nun noch in einer Sekundarschule in Lohmar stattfinden, wie Schulabteilungsleiter Andreas Voß berichtet. Da in Wermelskirchen wohl alles darauf hinauslaufen werde, dass die Sekundarschule an zwei Standorten starten müsse (Haupschule und Dörpfeldschule) sei die zwei-Standorte-Sekundarschule Lohmar ausgewählt worden. Anregungen, auch architektonischer Art, habe es bei den besichtigten Schulen vor allem gegeben, wie man beispielsweise durch Glaselemente größtmögliche Transparenz zwischen den Lerngruppen schaffen könne, berichtet Voß. Wichtige Erkenntnisse seien aus den Besichtigungen auch gewonnen worden, wie sich Halbtagsschulen baulich in Ganztagsschulen umwandeln lassen.

(RP/rl)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort