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Eine Allzweckwaffe für den THW-Ortsverband Wermelskirchen

Gerätekraftwagen vorgestellt : Eine Allzweckwaffe für den THW-Ortsverband Wermelskirchen

Das THW Wermelskirchen hat neuen Gerätekraftwagen – mit der Serien-Nummer 1.

Es schwingt eine ganze Menge Stolz mit in den Stimmen von Schirrmeister Niklas Dahlke und seiner Kameradin Katrin Meier, die für die Öffentlichkeitsarbeit im Wermelskirchener Ortsverband des Technischen Hilfswerks (THW) zuständig ist. Und das zu Recht. Denn das Fahrzeug, das jetzt auf dem Betriebsgelände in Tente steht, hat es gleich in mehrerlei Hinsicht in sich. „Es ist das erste von insgesamt bislang nur zehn ausgelieferten nagelneuen Gerätekraftwagen“, sagt Dahlke. Zwei davon sind zu anderen Ortsverbänden in Nordrhein-Westfalen gekommen, die restlichen sieben sind auf ganz Deutschland verteilt.

Und dass  in Wermelskirchen nun ein solches High-Tech-Wunderwerk steht, sei auch dringend notwendig gewesen, betont Meier. „Das Vorgängermodell ist jetzt schon 31 Jahre alt. Es funktioniert zwar noch einwandfrei, ist aber doch in die Jahre gekommen.“ Reif für die Schrottpresse sei es indes nicht. Es könne gut sein, dass das altgediente Fahrzeug nach Afrika komme. „Das THW betreut in Tunesien ein Aufbauprogramm. Dort werden die alten und noch funktionsfähigen Fahrzeuge oft noch eingesetzt.“

Rund 300.000 Euro hat der Gerätekraftwagen der neuesten Generation gekostet, es ist der Bergungsgruppe 1 zugeteilt. Und die Zahlen sind eindrucksvoll: Ein 6,8 Liter Diesel-Motor mit 213 kW sorgt dafür, dass das Fahrzeug auch in der schwierigsten Umgegbung eingesetzt werden kann. Denn genau dafür ist es gedacht, erklärt Meier. „Das ist eine echte Allzweckwaffe“, sagt sie stolz. Bis zu neun THW-Kameraden passen in die große Fahrerkabine. Der hintere Teil ist bis oben hin vollgestopft mit allem notwendigen Gerät, um im Einsatz Bergungen vornehmen zu können. Dahlke ergänzt: „Der Gerätekraftwagen ist für den Einsatz im Katastrophenfall gedacht.“

So sind Kettensägen, Trennschleifer, Pumpen, Beatmungsgeräte und eine komplette Werkstatt mit an Bord. „Das Werkzeug ist in Kisten untergebracht, damit auch neue Werkzeug-Generationen, die vielleicht eine andere Form haben, untergebracht werden können“, sagt Dahlke. Auch die sogenannten Power Moons, die man von Baustellen auf den Autobahnen kennt, sind zusammen mit anderen Scheinwerfern vorhanden. „Schließlich müssen wir im Notfall für ausreichend Licht sorgen“, sagt der Schirrmeister.

Entsprechend habe man sich auch beim Beladen des Fahrzeugs teils ganz neu orientieren müssen – und auch die Technik habe sich in den vergangen drei Jahrzehnen verändert. „Wir haben jetzt eine  Einweisung von einem halben Tag Dauer mit dem Hersteller gehabt. Da waren drei Kameraden mit vor Ort. Jetzt werden nach und nach die anderen Kameraden von uns eingewiesen“, sagt Dahlke.

Für den Schirrmeister ist mit dem neuen Gerätekraftwagen ein gar nicht mal so kleiner Traum in Erfüllung gegangen. „Die Gerätekraftwagen sind ja der Inbegriff dessen, wofür das Technische Hilfswerk steht. Von dieser Warte aus betrachtet, ist das schon etwas ganz Besonderes, so ein neues Fahrzeug zur Verfügung gestellt bekommen zu haben.“