Wermelskirchen Ein Striptease auf offener Bühne

Wermelskirchen · Sogar die Proben der Theatergruppe "Laienspiel Hünger" stimmen heiter. Eine Frau und ihr Gast unterhalten sich, aber offenbar sehen beide im jeweiligen Gesprächspartner jemand anderen. Sie sucht einen Mieter. Und was denkt er? Ihr Satz "Ich mach's bei Ihnen für 1800" führt ihn gänzlich in die Irre.

Der Gast ist verwirrt. Ob ihm ein Kräuterlikör weiterhelfen kann? Verwechslungen und Missverständnisse sind der Stoff, aus dem Komödien sind. Wer daran seinen Spaß hat und gerne herzlich lacht, ist richtig beim Stück "Hier sind Sie richtig".

Mal wieder von Herzen lachen

Nach rund anderthalb Jahren — von der Auswahl des Stücks bis zur Premiere am Freitag, 25. März — stehen unter der Regie von Uta Lenz vier Frauen und vier Männer der Hüngerschen Laienspielgruppe auf der Bühne. "Wir wollen, dass die Leute durchweg etwas zu lachen haben", sagt Schauspieler Cedrik Platt. Das "normale Leben" mit seinen Sorgen solle für zwei Stunden vor der Tür bleiben. So legt sich jeder mächtig ins Zeug und zeigt seine lustigste Seite.

Es ist zu spüren: Allen macht das Proben mächtig Spaß, wenn sich auch die Aufregung steigert, je näher der Premierentermin rückt. Ihre Rollen haben sich die Darsteller selbst ausgesucht, weit weg vom wahren Leben. Birgit Fox spielt in der eingangs erwähnten Szene den ehemaligen Bühnenstar Georgette, der einen Mieter sucht. Stefan Maus verkörpert ihr Gegenüber, den Heiratskandidaten Bertrand, der sich nur mit Kräuterlikör über Wasser halten kann. Die Szene gelingt so gut, dass sich auch der Rest des Ensembles köstlich amüsiert. In einer anderen Szene spielt Wilfried Frowein den naiven Wohnungssuchenden Bernard, den die Malerin Jacqueline (Marianna Ritter) als Modell ansieht. Bernard soll seine nackten Füße zeigen. . .

Der französische Autor Marc Camoletti ist bekannt für seine Lustspiele. In dieses Stück hat er alles hineingeschrieben, was lachendes, begeistertes Publikum erzeugt: Vier Frauen unter einem Dach geben jede für sich eine andere Annonce auf. Keine weiß von der anderen. Die Interessenten marschieren auf und landen bei der falschen Inserentin. Fatale Verwechselungen, konfuse Verwirrungen und doppeldeutige Pikanterien bestimmen die Handlung — Chaos überall. Bis sich jedes Paar findet, fallen bei den Herren sogar die Hüllen. Wo bekommt man schon von gestandenen Wermelskirchenern einen Striptease auf der Bühne geboten?

(RP)