Wermelskirchen: Ein Schatz für das Röntgen-Museum

Wermelskirchen: Ein Schatz für das Röntgen-Museum

Das Bildarchiv des 2013 verstorbenen Züricher Kinder-Radiologen Prof. Dr. Andres Giedion wurde gestern von seiner Witwe Monica dem Röntgen-Museum übergeben. Es soll fortan vor allem der Forschung zugänglich gemacht werden.

Uwe Busch, Leiter des Lenneper Röntgen-Museums, und Ulrich Mödder, Vorsitzender der Fördergesellschaft, strahlten gestern um die Wette: "Es ist ein wunderbares Geschenk, das unser Museum hervorragend ergänzt - und weiter einzigartig macht", sagte Busch. Das freute auch Monica Giedion, die eigens aus Zürich nach Lennep gekommen war, um sich davon zu überzeugen, wie das Bildarchiv ihres verstorbenen Mannes in den Räumlichkeiten im Keller des Röntgen-Museums untergebracht worden ist. "Ich bin sehr dankbar, dass es möglich ist, das Archiv hier unterzubringen und zu retten", sagte Giedion.

Dass das Röntgen-Museum nun um eine so strukturierte und gut erfasste Sammlung an Röntgenaufnahmen reicher geworden ist, war im Grunde einer Notlage zu verdanken: "Das Universitäts-Klinikum in Zürich wird neu gebaut. Darin ist aber kein Platz mehr für große Archivalien vorgesehen. Daher waren die Erben von Dr. Giedion auf der Suche nach einem Platz für die Bilder, die er in seiner Zeit von 1959 bis 1990 als Leiter der Röntgenabteilung am Kinderspital in Zürich angesammelt hatte", sagte Gabriele Benz-Bohm, die bis zu ihrer Pensionierung an der Universitätsklinik Köln in der Kinderradiologie gearbeitet und das Material für das Röntgen-Museum gesichtet hatte.

Die Aufnahmen seien dabei im Original wesentlich besser und genauer als sie es nach ihrer Digitalisierung seien. Daher würde man sie zwar nach und nach digitalisieren lassen, die Originale aber auf jeden Fall aufbewahren. Die Archivalien seien geordnet und katalogisiert, so dass sie nun im nächsten Schritt der Forschung zugänglich gemacht werden sollen, wie Benz-Bohm weiter sagte: "Es ist eine beispiellose Sammlung an Knochenröntgenbildern von Kindern mit Skelettdysplasien - also Schädigungen am Skelett", sagte die Spezialistin.

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Wenn nun Doktoranden oder Habilitanden ihre Forschung in jenem Bereich vornehmen wollten, sei das Röntgen-Museum in Lennep ab sofort eine erstklassige Anlaufstelle. Auch Busch betonte: "Wir laden Forscher aus aller Welt nach Lennep ein - nutzt unser Archiv!" Die Intention des Museums und seines Archivs laute schließlich: "Von Lennep aus in die Welt." Und im kommenden Jahr solle zudem ein Gästezimmer für Forscher im Obergeschoss des Geburtshauses von Wilhelm Conrad Röntgen zur Verfügung stehen. "So kann ein Forschungsaufenthalt auch länger werden", sagte Mödder.

Der Vorsitzende der Fördergesellschaft betonte ebenfalls die außergewöhnliche Schenkung: "Wir bekommen in regelmäßigen Abständen Angebote - aber oft müssen wir auch ablehnen, weil wir sonst in die Knie gehen würden." Im Falle des Giedion-Nachlasses sei es aber ganz eindeutig gewesen: "Der Nachlass ist derart umfangreich, geordnet und strukturiert - ein echtes Geschenk", wiederholte Mödder.

(RP)