Wermelskirchen: Ein ganzer Raum voller Zeitzeugen

Wermelskirchen : Ein ganzer Raum voller Zeitzeugen

40 Jahre Haus der Begegnung - eine unterhaltsame Zeitreise zu den Anfängen. Zwar lachte die Sonne am Sonntag zunächst nur sehr dezent vom Himmel, dafür war die Stimmung im Haus der Begegnung an der Schillerstraße umso besser. Schließlich wurde der 40. Geburtstag der beliebten Betreuungseinrichtung für Senioren gefeiert. Und so war der große Saal auch voll besetzt mit Gästen, Ehrenamtlern und Wegbegleitern.

Bürgermeister Eric Weik zeigte sich überwältigt, wie viele Bürger zur Feierstunde gekommen waren. "Der ganze Raum ist ja voll von Zeitzeugen!" Er selbst könne nur über die vergangenen zehn Jahre sprechen, die er als Stadtoberhaupt erlebt habe. "Natürlich hat sich einiges verändert, nicht zuletzt auf drastische Weise die finanzielle Situation der Stadt", sagte er. Eines sei aber gewiss: "Ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer und ohne die Arbeit der hauptamtlichen Mitarbeiter Hartmut Lürtzing und Gundula Schröder wäre das Haus der Begegnung in dieser Form nicht möglich."

Lürtzing begleitete die Gäste als launiger Moderator auf eine unterhaltsame Zeitreise durch 40 Jahre Haus der Begegnung. Besonders schön war, dass zahlreiche Mitarbeiter der ersten Stunde mit dabei waren. So Alt-Bürgermeister Heinz Voetmann, der das Haus der Begegnung 1974 mit gegründet hatte, damals als Seniorentagesstätte. "Der Vorläufer war der Seniorennachmittag der AWO in der ehemaligen Stadtbücherei", erinnerte sich Voetmann. Diesem Angebot wollte er eines der Stadt hinzufügen. Was aber nicht einfach war, da einige Stadträte der Ansicht waren, dass es genug Betreuungsangebote gab. Schon bald nach der Gründung zeigte sich, dass das Angebot sehr gut angenommen wurde. "So gut sogar, dass bald eine neue Unterkunft nötig wurde. Die Seniorenbetreuung zog in das heutige Haus an der Schillerstraße 6 ein", sagte Voetmann.

Besonders einschneidend war die Übertragung der Einrichtung an die Rheinische Gesellschaft für Innere Mission 1993, woran sich auch Siegfried Störte, Stadtdirektor a.D., gut erinnerte: "Das war auch nicht ganz einfach, es gab schon viele politische Widerstände damals." Dennoch sind sich Störte und Voetmann einig, dass es seinerzeit die richtige Entscheidung war.

Neben diesem Stück Stadtgeschichte waren es vor allem Anekdoten und Histörchen, die unter anderem von Elisabeth Kania, Ehrenamtlerin der ersten Stunde, erzählt wurden: "Hier war immer viel los. Wenn einer umfallen wollte, dann konnte der das gar nicht", sagte sie schmunzelnd. Neben den vielfältigen Angeboten war aber auch das gemeinsame Zusammensitzen bei Kaffee und Kuchen immer wichtig.

So mag man sich Kanias schönem Fazit anschließen: "Wir hatten und haben immer schöne Stunden in unserem Haus der Begegnung."

(wow)
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