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Ein Dorffest fast wie früher​

Dabringhausen feiert drei Tage : Ein Dorffest fast wie früher

In Dabringhausen fand bei bestem Sommerwetter zum 28. Mal das beliebte Fest statt. Auch viele Vereine waren wieder mit dabei. Abends wurde geschwoft – auch ohne Live-Musik war die Stimmung prächtig.

Wie schwerwiegend die Corona-Krise mit ihren Maßnahmen und Kontaktbeschränkungen tatsächlich in den vergangenen zwei Jahren ins Kontor geschlagen hat, wird einem so richtig bewusst, wenn man wieder einmal über ein Volks- oder Dorffest schlendert. In Dabringhausen jedenfalls fand am Wochenende endlich wieder einmal ein echtes Dorffest statt. Und da das Wetter an allen drei Tagen auch perfekt mitspielte, zog das Festkomitee auch erleichtert ein absolut positives Fazit. „Am Freitagabend war es richtig voll, die Stimmung war gut“, sagte Dominic Lessing vom Festkomitee. Und auch am Samstag war die Stimmung prima. 

Die Veranstalter hatten auf eine Live-Bühne verzichtet, nur ein halbes Dorffest war es deswegen aber nicht. Ab 21 Uhr legte DJ Jona auf dem umgebauten Feuerwehrwagen Latino-Rhythmen auf. Auch am Samstagabend gab es Musik vom Band – dafür aber als „Schalldruck-Wunschparty“ mit Musik nach Wunsch. Sicherlich kein vollständiger Ersatz für eine knackige Liveband, aber auf jeden Fall auch ein Garant für gute Stimmung. Das fand auch Dagmar Kaiser. „Ich war am Freitag eine der letzten, die vom Platz ist“, sagte die Dabringhauserin schmunzelnd. Und ergänzte: „Genaugenommen am Samstag, denn es war schon drei Uhr früh, als ich nach Hause bin.“

 Dorfjahrmarkt und Trödel  – da ließ sich immer etwas finden. Und: Man fand auch Zeit zum Klönen.
Dorfjahrmarkt und Trödel  – da ließ sich immer etwas finden. Und: Man fand auch Zeit zum Klönen. Foto: Jürgen Moll
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Sie könne die Entscheidung nachvollziehen, dass keine Live-Musik gespielt wurde. „Das ist in Ordnung, man weiß ja nie, wie das Wetter ist. Wir waren alle sehr froh, dass überhaupt Musik gespielt wurde“, sagte sie. Ihre Freude darüber, dass das Dorffest wieder stattfand, war groß. „Das zeigt doch, dass wir hier im Dorf zusammenhalten, auch wenn mal nicht so einfache Zeiten sind“, sagte sie. Und ergänzte am Samstagnachmittag, als sie sich ein paar Reibekuchen vom Förderverein VMGJ gönnte: „Es tut einfach gut.“

Apropos Vereine: Für das Festkomitee war es eine besondere Freude, dass die Vereine wieder nahezu vollzählig mit an Bord waren. „Das ist insbesondere deswegen so schön, weil wir relativ kurzfristig planen mussten, da wir ja lange Zeit nicht wussten, was und wie möglich sein würde“, sagte Lessing. Für die Vereine sei das Dorffest seit jeher eine wichtige Veranstaltung – um Präsenz zu zeigen, aber auch um Einnahmen in die Vereinskassen zu spülen.

Neben vielen kulinarischen Ständen auf dem Festgelände gab es an und auf der Strandbadstraße auch viele private Trödelstände, die vor allem von Kindern aufgebaut waren. Für sie gab es auch zwei kleine Karussells, die zur einen oder andern Runde einluden – und auch gut frequentiert wurden. Für Dana Wengler und Silke Vieth von der Evangelischen Kirchengemeinde war es eine relativ spontane Entscheidung gewesen, einen Stand aufzubauen. „Tim Tiede vom Festkomitee hat uns recht spät gefragt, aber wir haben das Ganze gut hinbekommen, glaube ich“, sagte Dana Wengler schmunzelnd. Zusammen mit ein paar Jugendlichen aus der Gemeinde hatten die beiden das beliebte Spiel Entchenangeln aufgebaut. „Die Materialien haben wir vom Freibadverein bekommen, der kurzfristig absagen musste“, sagte Silke Vieth. 

Es sei fast wie früher, da waren sich die beiden Frauen einig. „Man sieht immer wieder mal jemanden mit Maske – und man ist vielleicht auch nicht so schnell mit der Umarmung, aber man merkt schon, dass die Leute wieder Lust aufs Feiern haben“, sagte Dana Wengler.

Ein bisschen wie früher ging es auch im Gemeindehaus zu, beim beliebten Kaffeetrinken für Omas und Opas. „Auch wenn sich noch nicht so viele wie früher wieder trauen“, sagte Harry Tiede. Nun ja, der Saal füllte sich zumindest einigermaßen, die Gespräche nahmen an Fahrt auf – und es musste ja nicht immer übervoll sein.