Ehrenamtliche füllen Gemeindehaus Hülsen mit Leben.

Serie Mein Wermelskirchen : Ein Verein hält das Gebäude in Schuss

Die Vereinshausgesellschaft kümmert sich seit 125 Jahren um das Gemeindehaus in Hülsen.

Unmittelbar neben dem Haupteingang verkündet eine ins Mauerwerk eingelassene Tafel: „Lobet den Herren“. Der in Stein verewigte Spruch erinnert an die Einweihung des Anbaus und größten Teils des Evangelischen Gemeindehauses in Dhünn-Hülsen im Jahr 1996. Um das Gebäude mit der Hausnummer 16 kümmert sich die Evangelische Vereinshausgesellschaft. Der eingetragene Verein besteht seit 125 Jahren und feiert das Jubiläum am ersten Advent. Das geschieht genauso, wie der Verein arbeitet: bescheiden, ohne Pomp oder Tam-Tam. „Wir stellen die technische Funktionsfähigkeit des Hauses sicher. So können sich diejenigen, deren Aufgabe die Verkündigung des Wort Gottes ist, ganz darauf konzentrieren“, sagt Volker Schmitz, Vorsitzender der Vereinshausgesellschaft. Mit einem Augenzwinkern fügt er humorvoll an: „Wir sind sozusagen ein großes Hausmeister-Team.“

An eine Episode von vor sechs Jahren, als Schmitz die Federführung des Vereins übernahm, erinnert sich der 53-Jährige gerne. Damals beschlossen die Mitglieder, eine Photovoltaik-Anlage auf das Dach zu montieren. Gleichzeitig stand die bundesweite Senkung der Einspeisevergütung an. Um in den Genuss der noch höheren Vergütungstarife zu kommen, musste die rund 30.000 Euro teure Anlage innerhalb von drei Monaten fertig gebaut sein. „Mitglieder haben das privat vorfinanziert, damit es so schnell umsetzbar war. Ich bin dann als frischgebackener Vorsitzender unterwegs gewesen, um Spenden zu sammeln. Nach nur einem halben Jahr war das Geld zusammen – seither sparen wir mit der Anlage Energiekosten“, berichtet Schmitz. Dieser Rückhalt und Zuspruch habe ihn ungemein beflügelt und motiviere ihn in seinem Amt bis heute.

Im Laufe einer Woche beleben vor allem regelmäßige Termine das Gemeindehaus Hülsen, um dessen tägliche Geschicke sich ein Hauswart kümmert, der gleich nebenan wohnt: Mädchentreff, Jungenschar, „Küken“-Jungschar und Kreativkreis treffen sich, Jungbläser, Posaunen- und Männerchor proben. Dazu kommen Trainings von Tischtennis- und Hockeysportlern, Abend- und Kindergottesdienste finden statt.

Prägend für das Gemeindehaus ist der Neubau, für den die Planungen Ende der 1980er-Jahre begannen. „Die bestehenden Gebäude waren schlicht zu klein geworden“, sagt Volker Schmitz.“

Damals in einem Privathaus gegründet, geht die Geschichte der Vereinshausgesellschaft auf den 9. Februar 1893 zurück. In Dhünn-Heidchen hoben 48 Männer den Verein aus der Taufe, wie ein altes, handschriftlich geführtes Protokollbuch verrät. Durch eine Schenkung kamen die Gesellschaft an das Grundstück in Hülsen, wo das erste Gemeindehaus entstand, das nach und nach vergrößert wurde – sogar eine Grillhütte und ein Bolzplatz gehören dazu.

„Die Unterhaltung eines solchen Hauses macht unheimlich viel Arbeit“, betont Schmitz: „Darum kümmern wir uns in einer schönen Dreierkombi – quasi als Dreieinigkeit.“ Gemeint ist die Zusammenarbeit von Evangelischer Kirchengemeinde, Vereinshausgesellschaft und dem Christlichen Verein junger Menschen (CVJM) in Dhünn. Eine jährliche Herausforderung der Aktiven nennt Schmitz: „Wir suchen immer nach Möglichkeiten, um das Geld für Heizöl zur Beheizung des Hauses im Winter zusammen zu bekommen.“

Die Vorstandsmitglieder bringen das Fachwissen verschiedener Gewerke und die beteiligten Organisationen zusammen. Neben Volker Schmitz gehören der stellvertretende Vorsitzende Manfred Selbach, Kassierer Hartmut Alles, Schriftführer Paul-Gerd Distel und sein Stellvertreter Wolfgang Schmitz sowie die Beisitzer Andreas Glaser, Thorsten Selbach und Julian Rüsing dazu.

Geborene Mitglieder sind Erhard Distel für das Presbyterium Dhünn und Holger Kunz für den CVJM. „Ich schätze den Vorstand: Es gibt eine breite Meinungsvielfalt von unterschiedlichen Typen, die dennoch ein Team bilden“, beschreibt Volker Schmitz.