Wermelskirchen: Dschungelsafari mit der "Wilderei"

Wermelskirchen: Dschungelsafari mit der "Wilderei"

Elf Familien haben sich zur "Dawerkuser Wilderei" zusammengefunden und ziehen mit 40 Teilnehmern im Zoch mit.

In Anlehnung an die "Blues Brothers" waren sie als "Jebröder Bluuhs & Pänz" vor sieben Jahren einmal Teilnehmer beim Rosenmontagszug in Dabringhausen. In diesem Jahr hat sich um den "harten" Kern, der aus den fünf teilnehmenden Familien von einst besteht, eine noch größere Gruppe formiert: Elf Familien mit 40 Teilnehmern, wovon etwa die Hälfte Kinder sind, stellen beim närrischen Lindwurm durch das Dorf am kommenden Montag die "Dawerkuser Wilderei". Unter dem Motto "Welcome to the jungle" werden dann Nachbarn, Freunde und Bekannte als beispielsweise Löwen, Tiger, Elefanten oder Zebras nebst Jägern, die gerade einer Safari entsprungen zu sein scheinen, eine der 26 teilnehmenden Gruppen des Rosenmontagszugs bilden.

Vorbereitet hat sich die Gruppe für den Höhepunkt des Straßenkarnevals gut. Die Kostüme sind probegetragen: Mit geschminkten Gesichtern, schwarzer Kleidung und der Attrappe eines Holzbretts um den Hals verkleidet sich die Mehrzahl der Gruppe als Tiere, die als Jagdtrophäe den Großwildjägern, die sich ebenfalls dazu mischen, zum Opfer gefallen sind.

Die Kinder verkleiden sich übrigens als nicht erlegte Tiere und dürfen auf dem Wagen mitfahren, den die "Dawerkuser Wilderei" in Hilgen in der Halle von Sascha Cebulla baute: Auf Basis eines zwei mal drei Meter großen Anhängers schufen vor allem die Männer der Gruppe eine Dschungellandschaft, die von einem echten Baum, der im Zentrum des Anhängers aus dem Wagen ragt, gekrönt wird. Als Zugmaschine dient ein kleinerer Traktor, den Christian Haas steuert.

Die Männer erinnern sich noch an den Aufwand für den Rosenmontagszug 2011: "Damals haben wir uns mehr Mühe als nötig gemacht. Aus dieser Erfahrung haben wir gelernt - die Konstruktion muss stabil sein, aber keinem Orkan standhalten." Lachend zeigen sie auf die Verkleidung des Anhängers, der als "Dabringhausener Steppe" daher rollen soll: "Das ist echter bergischer Bambus."

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Reichlich Kamelle als Wurfmaterial haben sich die Familien, die aus Dabringhausen und Hilgen stammen, auch schon besorgt und emsig auf Beutel für die einzelnen Teilnehmer verteilt. "Das war schon witzig, wir hatten eine Menge Spaß", erzählt Kurt Genz, dessen Söhne Simon (16 Jahre) und David (14) als Wagenengel, von denen jeweils zwei pro Fahrzeugachse zur Sicherheit gefordert werden, mit dabei sind.

Erstmals beim Rosenmontagszug als Teilnehmer dabei sind die Eheleute Alexandra und Carsten Käufer mit ihren Söhnen Nick und Piet (die Zwillinge sind elf Jahre). "Das ist schon aufregend. Nur am Rand stehen, ist wohl leichter", blickt Alexandra Käufer auf den Zoch aus: "Ich muss morgens früh aufstehen, denn wir müssen um zehn Uhr da sein. Beim Probeschminken habe ich gemerkt, dass ich pro Gesicht eine Stunde benötige." Der Mutter gefällt, dass die Kinder in die Gruppe integriert sind und jede Aktion bereits bei der Vorbereitung miterlebt haben: "Das ist die Basis für die Zukunft von Dabringhausen."

Über ihre Schützlinge im Kindergarten am Bussardweg fanden sich 2010 die fünf Familien, die den Ursprung der heutigen " Wilderei" bilden, zusammen. "Damals haben wir beim Schubkarrenrennen auf dem Dorffest mitgemacht. Ein Vater meinte, dass wir im Falle eines Sieges auch beim Rosenmontagszug mitmachen. Es kam, wie es kommen musste: Wir gewannen", erinnert sich Kurt Genz an die Ursprünge, die bis heute ihre Wirkung zeigen. Dass daraus eine Gruppe mit stattlichen 40 Mitgliedern beim Rosenmontagszug in 2018 werden würde, konnte damals allerdings keiner ahnen. "Es hat sich entwickelt. Wir sind alle froh, dass so viele Leute zusammengekommen sind und dass wir hervorragend harmonieren", sagt Genz voller Vorfreude.

(RP)