Wermelskirchen: Drogenfahrten fallen häufiger auf

Wermelskirchen : Drogenfahrten fallen häufiger auf

Vier von Drogen berauschte Autofahrer und zwei Beifahrer, die ebenfalls Marihuana geraucht hatten, hat die Polizei in Wermelskirchen in nur eineinhalb Wochen stellen können.

Zumeist standen die Autofahrer nachweislich nicht nur unter Drogeneinfluss, in den Pkw und in einem Fall auch in Wohnungen fanden sich zudem "Reserven" für den weiteren Cannabis-Konsum oder auch -verkauf. Gibt es ein neues Drogenproblem in Wermelskirchen oder ist die Häufung der Fälle bloßer Zufall?, fragt die BM den Pressesprecher der Kreispolizei, Peter Raubuch.

Dieser geht zwar nicht davon aus, dass die Zahl der Drogenkonsumenten, die berauscht Auto fahren, tatsächlich gestiegen ist. Aber ein Zufall sei es auch nicht, dass in so kurzer Zeit gleich sechs Personen mit Drogen am Steuer gestellt worden seien: "Das Entdeckungsrisiko ist deutlich gestiegen. Das Dunkelfeld hat sich deutlich aufgehellt", berichtet der Polizeibeamte. So sei die Zahl der Drogentestes zwischen 2009 von 363 auf 583 Drogentests in 2010 schon deutlich gestiegen. Denn die Polizei mache gute Erfahrung mit den neuen Drogen-Vortest-Geräten.

Polizeibeamten sind geschulter

Andererseits seien die Beamten aber auch geschulter und erfahrener: "Die Kollegen wissen einfach besser einzuschätzen, ob jemand unter Drogen steht. Sie kennen das typische Verhalten", weiß Raubuch. Die Geräte, die für Alkoholvortests und Drogenvortests verwendet werden, seien übrigens unterschiedlich, aber gleichermaßen zuverlässig.

So kann laut Raubuch der Drogenkonsum durch einen Urintest nachgewiesen werden. "Das machen wir zwar vor Ort, wenn wir die Person anhalten. Aber der Urintest wird grundsätzlich nicht bei Frauen gemacht", sichert der Polizeisprecher zu. Eine Alternative sei der Speicheltester, der entweder am Einsatzort oder in der Polizeiwache eingesetzt werde.

"Mit Hilfe dieses Testes kann innerhalb von acht Minuten sogar nachgewiesen werden, ob jemand Cannabis, Kokain, Morphine oder Amphetamine genommen hat", berichtet Raubuch. Allerdings seien all' diese freiwilligen Vortests im Gegensatz zu der polizeilich angeordneten Blutprobe noch nicht vor Gericht verwertbar.

Empfindliche Strafen

Die Bluttests bestätigten diese Vortests aber in der Regel. Und dann müssten die Ertappten mit ganz empfindlichen Strafen rechnen, verdeutlicht Raubuch: "Mit Drogen am Steuer gibt es beim ersten Mal 500 Euro Bußgeld und ein Monat Fahrverbot und beim dritten Mal schon 1500 Euro und drei Monate Fahrverbot", weiß er.

(RP)