Wermelskirchen: Dreckige Hallen bleiben wichtiges Thema bei den Sportlern

Wermelskirchen: Dreckige Hallen bleiben wichtiges Thema bei den Sportlern

Bei der Jahresversammlung kündigt der Stadtsportverband die Auflösung des Sportjugendvereins an. Magdalena Antosik ist Jugendbeauftragte.

Die 2017 in die Kritik geratene Sauberkeit in den Sporthallen hat sich erheblich verbessert. Dieses positive Fazit zog Klaus Junge bei der Jahresversammlung des Stadtsportverbandes (SSV), nachdem es zahlreiche Beschwerden der Sportler wegen mangelnder Reinigung gegeben hatte. Aber in Sachen Sauberkeit sei noch Luft nach oben, sagte Junge.

"Gerade bei schnellen Sportarten wie Handball oder Leichtathletik haben die Akteure das Problem, dass sie beim Training staubige Böden antreffen." Dieser Staub würde sich bei der Hallennutzung beispielsweise durch die Schulen tagsüber bilden. Aus Sicht der Sportvereine eine weniger gute Nachricht ist, dass ihnen in den nächsten Tagen die städtischen Bescheide über Hallenutzungsgebühren ins Haus flattern. "Diese Gebühren sind trotz unserer Bemühungen nicht vom Tisch", sagte Junge.

Wegen der Nutzung der Sporthallen als Erstaufnahmestellen für geflüchtete Menschen hatte die Stadtverwaltung die Hallennutzungsgebühren 2015 und 2016 ausgesetzt. Diese städtischen Einnahmen sind im Haushalt aber nach wie vor mit 30.000 Euro jährlich veranschlagt, eine einst von Kämmerer Bernd Hibst vorgeschlagenen Erhöhung um 45.000 Euro lehnte der Stadtrat ab. "Eine Senkung oder Abschaffung der Hallennutzungsgebühren muss die Politik beschließen", sagte Bürgermeister Rainer Bleek. Zurzeit sehe das Haushaltssicherungskonzept die 30.000 Euro als Einnahme vor. Bleek appellierte an die Vertreter der 23 im Stadtsportverband organisierten Sportvereine, die Gebühr als "Betriebskostenzuschuss" zu sehen, schließlich würde sie statistisch nicht einmal zwei Euro pro Nutzungsstunde ausmachen. "Wir wissen, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben nach den bereits unternommenen Anstrengungen", sagte Bleek. So seien fast 200 Maßnahmen aufgelistet, die zur Sanierung, Reparatur oder Verschönerung der städtischen Gebäude erfolgen sollen. Über die Prioritäten innerhalb dieser Liste muss die Politik entscheiden. Norbert Galonska, Vorsitzender des TuS Wermelskirchen, ist gegen Hallennutzungsgebühren. "Die Bereitsstellung von Hallen ist keine freiwillige Leistung, sondern sollte als Pflichtaufgabe der Stadt zur Sicherung des Grundbedarfs der Bevölkerung gesehen werden." Er empfinde es als ungerecht, dass Vereine, die Hallensport treiben, mit 30.000 Euro die Stadtkasse "retten" müssten. Obendrein müssten Vereine beispielsweise in Turnräume von Kindergärten ausweichen, da zu den benötigten Zeiten keine Hallen frei seien.

Das bestätigte Junge, der mit dem SSV die Hallenbelegung organisiert. "Nur in den wenig beliebten Nachmittagsstunden gibt es noch ganz wenige freie Kapazitäten." Grundsätzlich befänden sich die Hallen altersbedingt in keinem erfreulichen Zustand. "Die Ostschul- und Realschulhalle sind weggefallen. Als Ersatz gibt es lediglich die schnuckelige Waldschulhalle", stellte Junge ironisch fest.

Die Vorstandswahlen nutzte der Stadtsportverband, um eine neue Rolle im Führungsgremium zu installieren: Einstimmig wählten die Mitglieder Magdalena Antosik zur Jugendbeauftragten. Damit einher geht die Auflösung des Sportjugendvereins, der zuletzt nur noch formell existiert hatte. "Eine außerordentliche Mitgliederversammlung der Sportjugend soll das in diesem Jahr beschließen", sagte Junge. Den Staffelstab als Sportabzeichenobmann gibt Stephan Becker an Thorsten vom Stein weiter. Becker bleibt als unterstützende Hilfe dem Sportabzeichen erhalten. In ihren Ämtern einstimmig bestätigt wurden der Vorsitzende Klaus Junge, sein Stellvertreter Sven Dicke, Schatzmeister Andreas Ruthkamp, Geschäftsführerin Tanja Dehnen sowie der Ehrenausschuss mit Norbert Galonska, Jürgen Weiher und Walter Böse.

2017 gab der Stadtsportverband die Einnahmen von 20.000 Euro wieder aus (u.a. 7000 Euro für Übungsleiterzuschüsse an die Vereine). Der Kassenbestand des SSV beträgt derzeit 9000 Euro.

(sng)