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DJ aus Wermelskirchen: Nicole Ongemach auf den Spuren von David Guetta

DJ „Noon“ von Corona ausgebremst : So groß werden wie David Guetta

Als DJ „Noon“ startet Nicole Ongemach durch. Die Corona-Pandemie bremst die 20-Jährige und die gesamte Club-Szene allerdings derzeit aus. Selbstbewusstsein und Eigenständigkeit in einem von Männern dominierten Umfeld gehören für die Wermelskirchenerin dazu.

Es hätte „ihr Jahr“ werden sollen, nun ist sie durch die Corona-Pandemie vorerst ausgebremst: Als DJ „Noon“ stehen für die Wermelskirchenerin Nicole Ongemach alle Weichen in Richtung Erfolg, derzeit liegt das Geschäft jedoch brach. Clubs und Diskotheken müssen aufgrund der Auflagen zur Eindämmung der Covid-19-Virus-Ausbreitung geschlossen bleiben, entsprechend sind gebuchte Auftritte abgesagt. „Und ob diese Gigs nachgeholt werden, ist derzeit noch völlig unklar“, sagt Nicole Ongemach im Gespräch mit unserer Redaktion.

Dennoch blickt sie zuversichtlich auf ihre DJ-Zukunft: „Im Moment ist es wichtiger denn je, über Social-Media präsent zu sein und in Erinnerung zu bleiben. Gottseidank habe ich mein eigenens Equipment zuhause, mache Mix-Tapes und setze die ins Internet.“

Im vergangenen Jahr absolvierte die 20-Jährige, die in 2019 ihr Abitur am Wermelskirchener Gymnasium machte, stattliche 115 Auftritte. Sogenannte „Promo-Gigs“ für Firmen oder Restaurants gehörten genauso dazu wie „Party-Auftritte“ in den Clubs. „Im Moment gehe ich davon aus, dass sich frühestens ab dem 1. September wieder etwas bewegt – das ist dann eine lange Zeit über Monate“, stellt Nicole Ongemach fest. Ihre „Homebase“ hat „Noon“ im Wipperführter „Kesselhaus“, wo sie seit vier Jahren regelmäßig auflegt. Eine weitere Verpflichtung als „Residency“, also als zum Kreis der „hauseigenen“ DJ‘s gehörenden Künstler, kam Ende 2019 hinzu: im Dortmunder Club „Rushhour“. „Darauf bin ich stolz und darüber bin ich glücklich. Aber durch Corona war das dann schnell wieder auf Eis gelegt“, sagt Nicole Ongemach, deren Künstlername „Noon“ eine Zusammensetzung aus den Initialen ihres Vor- und Nachnamens ist.

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Um andere Auftritte, die der Corona-Krise zum Opfer gefallen sind, hatte sich Nicole Ongemach im Vorfeld lange bemüht. Zum Beispiel ein Auftritt in der Oberhausener Turbinenhalle. „Da waren auch viele Gigs dabei, bei denen ich mit namhaften, bekannten DJ-Kollegen zusammen gearbeitet hätte“, erläutert „Noon“ und fügt hinzu: „Als klar war, das die Auftritte reihenweise ausfallen, war das schon frustierend.“ Denn jeder einzelne, wäre ein Baustein ihrer Laufbahn gewesen, ein weiterer Schritt zur Steigerung der Bekanntheit. „Ich bin froh, dass ich meinen Nebenjob in einer Arztpraxis habe, denn die Gagen sind natürlich auch weggefallen“, sagt Nicole Ongemach, die in diesem Jahr ein Studium der Kommunikationswissenschaften beginnen will.

Die Bezeichnung „DJ-ane“ für weibliche DJ‘s mag „Noon“ nicht: „Da muss ich immer an Tarzan denken. Für mich ist DJ die Bezeichnung, das Geschlecht spielt dabei keine Rolle – meine DJ-Ausrüstung ist ein Instrument“, betont Nicole Ongemach, die ihren ersten Auftritt im einstigen „Getaway“ in Solingen vor vier Jahren absolvierte. In den Anfangszeiten noch begleitet von ihrer Mutter, führten sie ihre Gigs unter anderem bis nach Maastricht, wo sie im „Complex“-Club im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Zirkus Beatzarr“ auflegte. „Mein Gig mit dem bislang größten Publikum war in der Jahrhunderthalle in Bochum bei einem Holy-Festival vor 1200 Besuchern“, erinnert Nicole Ongemach.

Selbstbewusstsein brauche es, um sich als DJ zu etablieren. „Das ist eine von Männern dominierte Szene und anfangs hatte ich oft den Eindruck, nicht richtig ernst genommen zu werden – das war schwierig und ist inzwischen nicht mehr so“, beschreibt Nicole Ongemach. Vorbilder sieht sie für sich keine: „Als DJ muss man für sich stehen, nicht imitieren oder kopieren.“ Aber natürlich wolle sie nach Möglichkeit so groß werden, wie beispielsweise ein David Guetta. Mit dem weltberühmten DJ-Star verbindet „Noon“ die Liebe zur House-Musik: „Das ist mein Ding. Ich mixe House-Klänge in alle Facetten und mit allen Sub-Genres, wie Tech- oder Bass-House.“ Videos vom bekannten „Tomorrowland“-Festival hätten sie im Alter von 14 Jahren motiviert, DJ zu werden, „Noon“ besuchte ein halbes Jahr lang eine DJ-Schule in Köln, wo ihr Talent bestätigt wurde. Deshalb ist auch eines ihrer großen Ziele, selbst einmal bei „Tomorrowland“ aufzulegen.

Wie die Zeit nach Corona aussehen wird? „Die Clubs und deren Mitarbeiter leiden gerade massiv. Es wird sich zeigen, welche Clubs überleben und ob die Szene dann jemals wieder so ist, wie vor der Pandemie“, blickt Nicole Ongemach aus. Für die 20-Jährige steht jedoch fest: „Ich bin noch jung, die Chancen für mich als DJ werden später nicht besser. Irgendwann kommen Familie und Kinder.“ Dann wolle sie es nicht bereuen, es nicht versucht zu haben: „Jetzt fühlt es sich gut an, dass es funktioniert.“