Die zwölfte Auflage der Wermelskirchener Musik-Tour wartet mit 20 Locations auf

Wermelskirchener Musik-Tour : Musikfreunde bevölkern die City

Die zwölfte Auflage der Wermelskirchener Musik-Tour wartet mit 20 Locations auf. In der Innenstadt platzen die Veranstaltungsorte aus allen Nähten. Pendelbusse sorgen für eine gute Verkehrsverbindung.

Mit zehn Stationen schafft der Tross aus neun Personen genau die Hälfte der teilnehmenden Locations. Zur zwölften Auflage der Wermelskirchener Musik-Tour (WMT) schließt sich unsere Redaktion einer Gruppe um die WMT-Organisatoren Andrea Strunk und Robert Schultz sowie Bürgermeister Rainer Bleek an, die an diesem Abend mit einem eigenen Kleinbus unterwegs ist, an. Alle 20 teilnehmenden Veranstaltungsorte zu besuchen, ist kaum zu bewerkstelligen, stellt der Vertreter einer großen deutschen Brauerei, die Sponsor der WMT ist, fest. „Wenn wir von einer halben Stunde Aufenthalt an einem Veranstaltungsort inklusive Fahrzeit ausgehen, bräuchten wir glatte zehn Stunden – und die haben wir an solch einem Abend schlicht nicht“, rechnet Ulrich Krauss, Gebietsverkaufsleiter der Bitburger Braugruppe, vor. Die Bilanz ist eindeutig: Während in der Innenstadt angesichts der Besuchermassen völliger Ausnahmezustand herrscht, ist in den „Außenlagen“ der WMT zwar ein Andrang spürbar, der jedoch längst nicht dazu führt, dass Locations bis auf den letzten Platz gefüllt sind.

Zwischen der „J+K Sportsbar“ und der Cocktailbar „Delante“ am Busbahnhof wird der Musik-Tour-Abend angesichts der Besucherandrangs kurzerhand zu einem Open-Air-Konzert. Die Band „Lazy Daisy“ spielt auf der Terrasse der „J+K Sportsbar“, der draußen zwischen den beiden Hotspots platzierte Getränkewagen kann dem Ansturm kaum Herr werden – Wartezeiten von bis zu einer Viertelstunde auf ein Bier müssen die Besucher zwischen 23 und 24 Uhr in Kauf nehmen. Am Busbahnhof zeigen Polizei und Ordnungsamt Präsenz.

„Bislang läuft alles völlig in geregelten Bahnen. Aber um Mitternacht werden wir dafür sorgen, dass die Musik endet – denn wir haben auch die Nachtruhe der Nachbarn im Blick“, sagt Arne Feldmann. Kurz zuvor habe er die Kölner Straße für den Verkehr gesperrt – die Besuchermassen vor der Gaststätte „Centrale“ hätten das wie in den Vorjahren bereits auch schon nötig gemacht.

Die Coverband „Lazy Daisy“ aus Wuppertal lässt Kirmes-Stimmung an der „J+K Sportsbar“ aufkommen. Kein Wunder, trat doch das Trio bereits mehrfach erfolgreich zur Herbstkirmes an der Kattwinkelschen Fabrik auf und hat sich dadurch in Wermelskirchen berechtigterweise einen hervorragenden Ruf als Liveact erarbeitet.

Die Innenstadt „platzt“ zur Musik-Tour-„Prime Time“ aus allen „Nähten“. In das Restaurant „Granada“ am „Bügeleisen“-Kreisverkehr kommt die neunköpfige Gruppe so gerade noch hinein. Stilecht spielt hier eine vierköpfige Combo namens „Rumba Jam“ lateinamerikanische und mediterrane Klänge – die „Gipsy Kings“ lassen grüßen.

Mediterran geht es ebenso im Restaurant „Dimitra“ zu: Die Musiker setzen nicht nur auf griechische Klänge, sondern stimmen genauso Schlager wie „Atemlos“ oder „Griechischer Wein“ an – die Sitzplätze sind alle besetzt, aber ein Stehplatz in einem der Gänge zwischen den Tischen tut es auch. Hier werden nach Mitternacht tanzenderweise Teller auf dem Fußboden in Scherben geschmissen – eine althergebrachte Tradition aus Griechenland, wie die Servicekräfte erklären: „Scherben bringen bekanntlich Glück.“ Die beiden Locations „Zur Post“ und „Zu den drei Linden“ in Dhünn, die erstmals an der Musik-Tour teilnehmen, sind gut besucht. „Ich bin bis jetzt zufrieden“, stellt „Zur Post“-Wirt Amir Hoshang Alizadeh Kalateh fest. Und der Dhünnsche Unternehmer und Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins, Frank Jäger, freut sich für „seinen“ Stadtteil: „Ist das nicht schön für Dhünn?“ Die Hoffnung auf Wachstum ist da, wie WMT-Organisator Robert Schultz, ausblickt: „Wegen terminlicher Überschneidungen konnten einige aus Dhünn nicht dabei sein. Wir hoffen darauf, dass im kommenden Jahr zum Beispiel das ‚Hof-Café‘ oder auch der ‚Jägerhof‘ dabei sind – dann wäre Dhünn richtig stark vertreten.“

Premiere in Dhünn: Im Hotel/Restaurant „Zu den drei Linden“ präsentierte die Band „G-Men“ Blues-Latin-Soul und Rock‘n Roll. Foto: Moll, Jürgen (jumo)

Ebenso nicht zum Bersten gefüllt zeigt sich am WMT-Abend das Haus Eifgen, das noch im Vorjahr zum gleichen Anlass deutlich stärker besucht war. „Wir merken die Wellen die Pendelbusses“, bemerkt der Vorsitzende der Kulturinitiative Wermelskirchen (Kult-in-Wk), Michael Dierks: „Mal kommt ein Schwung Leute und mal geht er auch wieder.“ Was die beiden von den WMT-Organisatoren gecharterten und den WMT-Teilnehmern finanzierten Shuttle-Busse schaffen, liegt auf der Hand: So gut ist die Busverbindung zwischen Dhünn, Dabringhausen, Tente und Wermelskirchen an keinem anderen Abend im Jahr.

Einen der Busse steuert Domeniko Amitra und sagt: „Mein Bus ist ständig gut besetzt, die Resonanz ist hervorragend. Weniger toll ist, dass ich schon ein Mal geblitzt wurde.“