Ansichtssache: Die Zählschein-Aktion stärkt den Einzelhandelsstandort

Ansichtssache: Die Zählschein-Aktion stärkt den Einzelhandelsstandort

Das Weihnachtsgeschäft ist auch für hiesige Händler enorm wichtig. Mit der Aussicht auf Gewinne lassen sich Kunden zum Einkauf locken. Der Marketing-Verein WiW setzt mit der Zählschein-Aktion genau darauf.

Die meisten Menschen wünschen sich ein gut sortiertes Einzelhandelsangebot in ihrer Stadt, Fachgeschäfte, nette kleine Läden und einen guten Mix, damit der Kunde bei einem Einkaufsbummel möglichst alles findet, was er sucht.

Nur, das tatsächliche Einkaufsverhalten sieht oftmals anders aus. Zu groß ist die Versuchung, einfach mal im Internet Kataloge durchzublättern, das Buch schnell beim großen Online-Versand zu kaufen oder das Elektrogerät fix in den elektronischen Warenkorb zu legen.

In Wermelskirchen gibt es noch ein gutes Angebot an Geschäften. Und der Marketingverein WiW unternimmt viel, die Innenstadt attraktiv zu halten. Dazu gehört auch die alljährliche Zählschein-Aktion in der Vorweihnachtszeit. Dass die Händler dieses Jahr weniger Zählscheine gekauft haben, ist bedauerlich. Aber sie orientieren sich auch am Kundenverhalten.

Der Rückgang geht womöglich teilweise auf die Wetterkapriolen zurück. Allein das Schneechaos am zweiten Advent schreckte viele vom Einkaufsbummel ab. Die Zahlschein-Bilanz als Gradmesser für das Weihnachtsgeschäft insgesamt sollte daher nicht überbewertet werden. Die auch von Ehrenamtlichen unterstützte Aktion bleibt gut. Weil sie ein Kundenmagnet ist. Sie ist also angesichts der benachbarten Konkurrenz, die in der Adventszeit mit Eisbahnen und ähnlichen Gewinnaktionen locken, unverzichtbar. Mit der Neugestaltung der Gewinne hat der Verein WiW offenbar ins Schwarze getroffen.

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Wünschenswert wäre es, dass weitgehend alle Händler mitmachen - als Signal, dass sie sich unisono zum Einzelhandelsstandort Wermelskirchen bekennen.

Nur in kleinen Schritten geht es in der Frage, wo Flüchtlinge eine dauerhafte Bleibe finden, weiter. Vorbildliche Offenheit gegenüber den Zugewanderten hat eine Wermelskirchener Vermieterin gezeigt, sie vermietet gleich zwei Wohnungen an Flüchtlinge. Die Bemühungen der Stadt und Ehrenamtlicher, Wohnraum für diese Mietergruppe zu finden und bei Vermietern anzuklopfen, soll aber nicht als einseitige Bevorzugung dieser Gruppe verstanden werden. Die Verwaltung hat alle Bevölkerungsgruppen im Blick und versucht, den Bau weiterer Sozialwohnungen zu fördern. Flüchtlinge haben es auf dem Wohnungsmarkt aber schwerer: Manche Vermieter haben Vorbehalte gegenüber den Fremden, fürchten Konflikte mit anderen Mietergruppen. Daher brauchen die Flüchtlinge Unterstützung. Der Druck ist groß, weil die Übergangsheime nur zur Erstaufnahme und als Zwischenstation für Flüchtlinge dienen. In der "eigenen" Wohnung gelingt es ihnen leichter, selbstständig zu leben und sich zu integrieren. Außerdem muss die Stadt Kapazitäten in den Heimen frei haben, das Aufnahmesoll bei anerkannten Flüchtlingen hat Wermelskirchen noch nicht erfüllt.

Dass einige Flüchtlinge hier nicht nur eine Herberge, sondern auch ein Zuhause gefunden haben, ist doch ein Lichtblick in einer Zeit, in der viel über zunehmende soziale Kälte geklagt und in den sogenannten sozialen Medien Stimmung gegen Asylbewerber gemacht wird.

(RP)