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Die Wermelskirchenerin Sihna Maagé startet Crowdfunding für ihre zweite CD

Musikproduktion : Geld sammeln für „Alles gratis“

Sihna Maagé startet ein Crowdfunding für ihre zweite CD. Darauf sollen fünf Lieder erscheinen. Der Song „Bunt und grau“ beschreibt ihre Heimatstadt Wermelskirchen.

„Alles gratis“ soll sie heißen – die neue CD von Sängerin Sihna Maagé. Da es aber bekanntlich nichts umsonst gibt, sucht die 26-Jährige via Internet-Crowdfunding möglichst viele Unterstützer zur Finanzierung der Silberling-Produktion. Fünf Lieder will Sihna Maagé auf der Disc verewigen. Sie kündigt für den Nachfolger ihres Erstlingswerks „Summer love“, das 2017 veröffentlicht wurde, an: „Meine neuen Songs sind nicht so sphärisch komponiert, wie die von ‚Summer live‘. Ich bezeichne es als Soul-Pop – meine neuen Lieder sind tanzbarer.“ Die Texte werden allesamt in deutscher Sprache daherkommen. „Da hat sich für mich so entwickelt – ich kann mich in meiner Muttersprache besser ausdrücken und so treffend beschreiben, wie ich es möchte.“

Ein Lied auf „Alles gratis“ heißt „Bunt und grau“. Es erzählt von Maagés Verhältnis zu Wermelskirchen, von der Rückkehr nach Hause. Denn auch wenn Sihna Maagé zur Zeit in Leverkusen wohnt, wuchs sie in Wermelskirchen auf und bezeichnet sich als „Wermelskirchener Mädel“. Die engen Bande zur Heimatstadt hat Sihna Maagé nie durchtrennt: Die Sängerin, die unter anderem auch bei Hochzeiten auftritt, unterrichtet Pop-Gesang an der Wermelskirchener Musikschule und gibt drei Kurse im Kinder- und Jugendbereich der Kattwinkelschen Fabrik.

„Um die CD einzuspielen, brauche ich Unterstützung. Aber: Wer mich unterstützt, bekommt ja etwas dafür“, betont Sihna Maagé das Prinzip des Crowdfunding, das wie ein „Vorab-Invest“ funktioniert. So hat sich die Musikerin einige Specials für ihre Unterstützer einfallen lassen: Mit fünf Euro sendet man „gutes Karma“, für bereits sechs Euro gibt es nach Fertigstellung den Download-Link zu den fünf Liedern der EP, für 35 Euro eine Fanbox mit unter anderem beiden Maagé-CDs oder die neue CD mit dem Namen des Unterstützers versehen. Wer tiefer in die Tasche greift, bekommt ein Konzert von Sihna Maagé „frei Haus“ - egal, ob im Wohnzimmer oder beim Nachbarschaftsfest.

Die „Alles gratis“-Crowdfunding-Aktion läuft bis zum 31. Mai, 23.59 Uhr. Zwei Einnahme-Ziele hat Sihna Maagé aufgerufen: Im ersten Schritt 4500 Euro, um Musiker-Gagen, Produktion und Mastering zu finanzieren. Das zweite Ziel sind 7000 Euro, womit CD-Cover-Gestaltung, Pressung, Promotion und ein Videoclip-Dreh bezahlt werden könnten. „Wird das erste Ziel nicht erreicht, bekomme ich gar nichts und diejenigen, die ihre Unterstützung zugesagt haben, ihr Geld zurück. Es hat also niemand etwas zu verlieren, jeder Beteiligte kann nur gewinnen“, schätzt Sihna Maagé ein, die überzeugt ist, dass deutschsprachige Musik aktuell angesagt, erfolgreich und gefragt ist.

Um ihre Musik bekannt zu machen, ist Sihna Maagé viel „on the road“. Mini-Wochenend-Tourneen haben sie zuletzt nach Konstanz, Osnabrück oder in den Norden Deutschlands geführt. „Dadurch sehe ich super viel von Deutschland, lerne Städte und Leute kennen. Und ich habe zum ersten Mal die Berge gesehen“, erzählt die Musikerin auf sympathisch fröhliche Art: „Neues zu erleben, ist immer eine gute Erfahrung – ohne Erlebnisse keine Inspiration für neue Lieder.“ Selbst ein Auftritt vor „nur“ 20 Leuten sei „cool“ und ein „motivierender Antrieb“, wenn die Besucher wirklich zuhörten. Unterwegs ist Sihna Maagé meist mit der Singer-Songwriterin „Johna“ (Nadine Krämer). Mit Nadine Krämer und Kolja Pfeiffer soll „Alles gratis“ unter deren Label „Red Bird“ produziert werden.

Trotz Zeiten von Internet-Streaming und der sinkenden Bedeutung von haptisch verfügbaren CDs sieht Sihna Maagé in einer Compact Disc einen Wert: „Für mich ist das wichtig. Ich habe selbst viele CDs von Musikern, die mir gefallen – viele davon signiert.“ Die Sängerin weiß aus Erfahrung: „Es gibt viele Leute, für die das genauso einen Wert hat. Die kaufen nach einem Konzert eine CD und lassen sich darauf von mir ein Autogramm geben.“