Kommentar: Die Stadt steht vor dem Nichts

Kommentar : Die Stadt steht vor dem Nichts

Das Kaufhaus an der Telegrafenstraße – vielen eher geläufiger als "Nickel" statt Ringkaufhaus – war immer wichtig für den Einzelhandel. Und ein steter Anlaufpunkt für die Bürger. "Nickel" war anfangs ein Vollsortimenter, wo es frischen Fisch im Erdgeschoss und Spielsachen unterm Dach gab. Und jetzt: Wermelskirchen ohne Kaufhaus?

Uhle war bereit, Millionen in das Projekt zu stecken. Die Baugenehmigung lag vor. Wollten jetzt die Mieter nicht mehr? Das weiß nur Uhle selbst. Aber augenscheinlich hat er die Nase gestrichen voll. Immer wieder war er zu Abstimmungsgesprächen gekommen, erläuterte mit Engelsgeduld sein Vorhaben. Die Politik sah die Notwendigkeit, Anwohner hatten Angst. Ihnen kam Uhle entgegen. Einer indes klagte. Da riss dem Bochumer der Geduldsfaden.

Wenn's seinen Firmen so gut geht, wie er es sagt, wird er die Verluste aus dem Wermelskirchen-Geschäft sicher verkraften. Doch die "Kleinstadt mit Herz" hat nun ein wirkliches Problem: Noch drei Textil- und ein Schuhgeschäft – das ist nicht die Lösung für einen florierenden Einzelhandel. Es fehlt weiterhin in der Innenstadt der "Frequenzbringer". Das sollte das Einkaufszentrum werden.

Andere Projekte waren zuvor zu Grabe getragen worden, um das Einkaufszentrum zu schützen: die Knebes-Pläne mit Discounter und Supermarkt auf dem Rhombus-Gelände, die Bebauung des Loches-Platzes. Jetzt steht Wermelskirchen vor dem Nichts. Es gibt nur Verlierer. Udo Teifel

(RP)
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