Wermelskirchen: Die Stadt-Geschichte zum Leben erweckt

Wermelskirchen: Die Stadt-Geschichte zum Leben erweckt

Claus Füllhase präsentiert wieder historische Bilder und Dokumente. Der starke Schneefall drückte am Wochenende jedoch die Besucherzahl.

"Ich bin einfach in die Stadt verliebt": So beschreibt Claus Füllhase die Motivation für seine Arbeit. Schon seit vielen Jahren trägt Füllhase ehrenamtlich alte und neue Fotos von Wermelskirchener Plätzen, Straßen und Gebäuden sowie historische Dokumente zusammen und kann mittlerweile auf einen reichen Fundus zurückgreifen. Bereits zum elften Mal stellt er seine umfangreiche Sammlung nun aus - in diesem Jahr in der Kölner Straße 9, in einem momentan ansonsten ungenutzten Gebäude.

Der Start am Samstag hätte für Füllhase allerdings besser laufen können: Das dichte Schneetreiben hielt viele Menschen davon ab, in die Stadt zu gehen, was auch in der Ausstellung deutlich zu spüren war. Unerwarteten Besuch gab es dafür allerdings am Freitagabend: "Da kamen auf einmal viele Leute vom Weihnachtsmarkt, um sich ein wenig aufzuwärmen", so Füllhase.

Auch wenn die Ausstellung da noch nicht eröffnet war, durften sich die Weihnachtsmarktbesucher ihre Pause natürlich gönnen. Für historisch Interessierte gibt es in der Kölner Straße 9 derweil jede Menge zu entdecken: Die zahlreichen, teils mühsam zusammengetragenen und teils selbst geschossenen Fotos vermitteln ein lebendiges Bild von der Geschichte Wermelskirchens im 20. und 21. Jahrhundert. Die ältesten Exponate stammen vom Beginn des letzten Jahrhunderts, die jüngsten Bilder zeigen die Stadt hingegen in ihrem heutigen Aussehen. Der Schwerpunkt der Ausstellung liegt dabei auf der Gegend rund um den Markt. "Dort bin ich aufgewachsen", erklärte Füllhase dazu. Auch das älteste Bild der Sammlung zeigt den Markt mit der evangelischen Stadtkirche im Hintergrund - das Haus, in dem Claus Füllhase in seiner Kindheit gelebt hat, ist auf der Aufnahme aus dem Jahr 1900 bereits zu sehen.

Neben sehenswerten Fotografien umfasst Füllhases Sammlung auch zahlreiche Dokumente. So können Besucher etwa einen Blick auf mehr als 100 Jahre alte Zeitungen werfen. Zu vielen Exponaten hat nicht nur Füllhase lebhafte Anekdoten in petto - sie stoßen oft auch auf Resonanz bei Gästen, die sich an ihre eigene Kindheit in Wermelskirchen erinnern. "Die Leute werden wach, wenn sie die Bilder sehen - da kommen alte Erinnerungen hoch", sagte Füllhase.

Seit elf Jahren organisiert Claus Füllhase auf eigene Faust Ausstellungen, bei denen die Geschichte der Stadt Wermelskirchen im Mittelpunkt steht. Er stellt hier unter anderem Fotos und Dokumente zusammen, die er von Bürgern, zum Teil auch aus Haushaltsauflösungen, bekommen hat.

Als Ausstellungsort dienen dabei meist Altbauten oder ungenutzte Gebäude an wechselnden Orten in der Innenstadt. Das finanzielle Risiko trägt der Hobby-Archivar selbst. Darüber hinaus engagiert Füllhase sich auch für die Bewahrung historischer Bauten in der Stadt. "Der Erhalt der denkmalgeschützten Häuser liegt mir besonders am Herzen", erklärte Füllhase.

(RP)