Wermelskirchen: Die Kinderstadt 2018 ist startklar

Wermelskirchen : Die Kinderstadt 2018 ist startklar

Projektleiter Kolja Pfeiffer und Stadtjugendreferentin Katja Töbelmann empfangen die Sponsoren der Kinderstadt in der Kattwinkelschen Fabrik. Zusammen mit Bürgermeister Rainer Bleek informieren sie über die Vorbereitungen.

Zum zwölften Mal schon geht die Kinderstadt in Wermelskirchen an den Start. In den ersten beiden Ferienwochen verbringen 206 Wermelskirchener Kinder ihre Tage in der Kattwinkelschen Fabrik. "Die Kinderstadt ist ein Begriff und ein Vorzeigeprojekt, das viele Nachahmer findet", sagt Bürgermeister Rainer Bleek zum Einstieg in die Runde. Das Projekt sei mit den Jahren gewaltig gewachsen und ein großer Nutzen für die teilnehmenden Unternehmen. Die Kinderstadt startet am 16. Juli, am 28. Juli ist das Abschlussfest. Am gestrigen Donnerstag tauschten sich Projektleiter Kolja Pfeiffer und Stadtjugendreferentin Katja Töbelmann mit den Sponsoren aus.

Der DLRG ist zum zweiten Mal mit dabei. Patrick Rösler, Jugendvorsitzender, hofft, mit der Unterstützung dem Nachwuchsmangel beim DLRG entgegnen zu können. "Wir wollen den Kindern zeigen, was wir so alles machen", erklärt er. Geplant sind auch für dieses Jahr simulierte Rettungen in stehenden und fließenden Gewässern. Pfeiffer lobt das Engagement des DLRG: "Es ist unglaublich, mit welcher Manpower und mit welcher Bootsflotte der DLRG im letzten Jahr dabei war. Und alles ehrenamtlich."

Neu ist das Kölner Fanprojekt, vertreten durch Torben Faubel. An zwei Tagen in der Kinderstadt und einem im Kölner Rhein-Energiestadion lernen die Kinder etwas über Ausgrenzung und machen ein Sportabzeichen: den goldenen Geisbock. "Wir vermitteln politische Bildung am Ball", sagt Faubel.

Ebenfalls neu ist die "Beauty und Wellness"-Werkstatt. Im letzten Jahr hatten einige Kinder diese Werkstatt spontan selbst gestartet. "Das eskalierte ziemlich schnell", erzählt Pfeiffer mit breitem Grinsen. "Nach ein paar Tagen wollte jedes Kind mitmachen, und jeder Mitarbeiter lief bald mit bunt lackierten Fingernägeln herum." Darum entschied man sich, diese Werkstatt offiziell aufzunehmen und sie damit kontrollieren zu können.

Zum ersten Mal entschied das Los, wer dabei sein darf. Über 70 Kinder landeten auf der Warteliste. In der Folge seien bei Bleek und Pfeiffer zahlreiche Beschwerden eingegangen. "In der Musik heißt es zwar: Jedes ausverkaufte Konzert ist ein gutes Konzert", sagt Pfeiffer. Doch die Erfahrungen aus dem letzten Jahr mit 230 Kindern hätten die Obergrenze aufgezeigt. "Wenn 20 bis 30 Kinder nur herumlaufen, weil in den Werkstätten kein Platz mehr ist, dann sind diese nicht glücklich", sagt Pfeiffer. Dass die Eltern sich in einer schwierigen Lage befinden, ist Bleek bewusst. "Das ist ein Problem für alleinerziehende Eltern, die sechs Wochen Ferien überbrücken müssen", sagt er. Man versuche, auf Ausweichmöglichkeiten hinzuweisen, zum Beispiel die Ferienfreizeiten im Kreis.

Die Kinderstadt finanziert sich maßgeblich aus drei Quellen: die Stadt Wermelskirchen, Sponsorengelder und ehrenamtliche Mitarbeit. Katja Töbelmann veranschlagt etwa 60.000 Euro für die Umsetzung. "Gut zwei Drittel kommen von der Stadt, ein Drittel von den Sponsoren", erklärt sie. Die ehrenamtliche Mitarbeit und die Gehälter der Stadtbediensteten sind in der Rechnung aber nicht enthalten. "Natürlich ist das ein teures Projekt", sagt Pfeiffer. Aber man biete dafür eine hohe Qualität. Das positive Feedback und die extrem hohe Nachfrage bestätigten dies.

(chal)
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